Young Artist: Jamie Schnuppe
kinki am 24.7.08 2 KommentareIm Kurz-Interview begrüssen wir dieses Mal den Basler Illustrator Jamie Schnuppe.

kinki magazine: Hallo Jamie. Wann und wo wurdest du geboren und wo lebst du jetzt?
JS: Ich wurde 1977 in Olten geboren und lebe heute mit meiner Familie in Basel.
Wie würdest du deinen Stil bezeichnen?
Einfacher, ständig auf Harmonie bedachter und symbolischer Vektor-Stil. Der Unterschied zu vielen anderen auch am Computer gezeichneten Stilen ist, dass ich nicht mit geometrischen Formen wie Kreis und Ellipsen arbeiten, sondern versuche eine gewisse Natürlichkeit in meinen Zeichnungen hineinfliessen zu lassen. Dabei lege ich grossen Wert auf die Stimmung des Bildes durch Farbwahl und Komposition.
Hast du eine Ausbildung gemacht oder bist du Autodidakt?
Ich bin Autodidakt. Ich habe immer schon gezeichnet und skizziert. Daher wollte ich immer Comiczeichner oder Illustrator werden. Damals gab es noch keine entsprechende Ausbildung (wie heute z.B in Luzern). Später war die Ausbildung für mich nicht mehr so wichtig. Wenn du deine Arbeit gut machst will niemand ausser den Neidern wissen wo du zur Schule gegangen bist.
Hast du deine Arbeiten bereits in Ausstellungen gezeigt? Wo und wann?
Ja, das habe ich. Das letzte Mal an einer Gemeinschaftsausstellung im Künstlerhaus s11 in Solothurn, im Winter 2006. Aber ganz ehrlich gesagt find ich dies nicht das Wichtigste.

Kannst du von deiner Arbeit leben?
In mentaler Hinsicht sicher. Meine Arbeit ist für mich ein wichtiger Ausgleich. Finanziell muss ich mich aber bisher anderweitig umsehen. Diese finanzielle Sicherheit hilft mir aber auch, damit ich freier und lustbetonter arbeiten kann.

Arbeitest du mit anderen Künstlern zusammen? Mit wem würdest du einmal gerne arbeiten?
Ich arbeite mit Grafikern, Textern und Konzeptern zusammen, wenn ich an einem Projekt mit Illustrationen arbeite. Bei meinen eigenen Projekten versuche ich immer möglichst viele verschiedene Stimmen in den Entwicklungsprozess einzubinden um Verständnisprobleme oder Logikprobleme zu vermeiden. Natürlich arbeite ich auch gerne mit Leuten zusammen, deren Stil ich mag.
Wie lautet dein Erfolgsrezept?
Sich selber treu sein und dies auch nach aussen zu vertreten und seine Fähigkeiten richtig einschätzen zu können. Eine gewisse Ehrlichkeit zu seinem Talent an den Tag zu legen, auch wenn das manchmal weh tut. Letztlich ist es wie mit der Haarfarbe: zufrieden ist man selten damit, aber in der Welt gibt es sicher Tausende die genau diese Haarfarbe haben möchten. Und schlussendlich kann man einfach nicht alles. Darum: Verantwortung abgeben, richtig entscheiden, nicht immer ALLES wollen und es kommt schon gut.
Ehrlichkeit kann nämlich auch sexy sein. Wenn man dabei noch nett Geld verdient, ist dies sicher auch nicht zu verachten.
Nenne 3 Gründe, warum es sich lohnt jeden Tag aufzustehen.
Ich bin ein Morgenmuffel, bis ich richtig aufgewacht bin ist der grösste Teil des Tages schon an mir vorbei gegangen, ohne dass ich ihn bewusst wahrgenommen habe. Von daher brauche ich keine Gründe zum Aufstehen, das läuft roboterhaft automatisch. Eher brauche ich Gründe um ins Bett zu gehen. Und dies sind wohl banale: eine Herausforderung, eine Aufgabe, die Möglichkeit etwas mit meinen Kindern zu tun oder einfach den Ausblick am Abend ein gutes Glas Wein zu trinken.
Was ist dein Lieblingsessen? Getränk? Und warum?
Ich mag vieles. Vor allem die Abwechslung. Am meisten mag ich gelungene überraschende Kombinationen wie Lammrücken mit Wasabi. Am liebsten lasse ich mich natürlich bekochen aber ich leg auch gerne selber Hand an wenn’s um Kochen geht.

„Kunst ist nicht real.“ Richtig oder falsch?
Falsch. Kunst ist ein fester Bestandteil unserer Realität. Oft sind wir uns selber nicht bewusst wie stark die Kunst in unseren Alltag verwoben ist. Es kommt nur darauf an wie viel Aufmerksamkeit man dem tun schenkt.
„Mode braucht Kunst braucht Musik“. Richtig oder falsch?
Ich würde mal sagen die Übergänge von einer Ausdrucksform in die andere sind stets fliessend. Darum kann man die Dinge nicht trennen: also falsch!
Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
In erster Linie werde ich mein Kinderbuch an dem ich arbeite fertig zu stellen und zu publizieren. Ausserdem arbeite ich an einigen anderen netten Produkten die ich vermarkten möchte. Wichtig für mich ist es dabei sanft zu expandieren. Die Welt erobern kann ich später ja noch.
Vielen Dank!
Tags: art, basel, illustration, kunst, young « Immer nur Du Shamble Baby findet… »
Tolle Arbeiten. Danke für das Interview!
Kommentar von MDLC — 26.07.2008 @ 00:08illustrationen. kunst von heute.
Kommentar von We2 — 30.07.2008 @ 09:55ich libé.