The winner is Alexander Wang
Es war ein unvergesslicher Abend, insbesondere für den Designer Alexander Wang, der den hochdotierten Stella Contemporary Fashion Award gewann. Das Ergebnis überraschte denn auch niemanden, da der amerikanische Designer, der dieses Jahr geradezu einen Senkrechtstart in die Fashionwelt auf den Laufsteg legte, schon im Vorfeld als Favorit gehandelt worden war! So reiht sich Wang als zehnter Designer in die Reihe der Gewinner des Swiss Textiles Award, wie der Award ursprünglich hiess. Wir gratulieren dem Gewinner herzlich und prophezeien, dass dieser offizielle Ritterschlag erst der Anfang war.

So, und jetzt zum restlichen Abend: Als jungfräuliche Besucherinnen des Events waren wir begierig und gespannt auf die Shows, die Menschen und die ausgefallene Mode, belohnt wurden wir mit unzähligen überwältigenden Sinneseindrücken. Noch nie habe ich Zürich so wohlgekleidet erlebt, wie am gestrigen Abend, da soll noch jemand sagen, wir hätten keinen Stil, nein, wir haben eben einfach nur sonst keine passenden Anlässe!

Doch zurück zum Abend, der Grossteil der Gäste hatte sich glamourwitternd aufgebretzelt, es gab topmodische, extrovertierte und mutige Menschen, viele Schulterpolster, showstehlende Accessoires wie Hüte oder Eiffelturm-Ketten, schwindelerregende Heels und dandyhafte Männer. Viele illustre Vertreter der Modewelt tummelten sich unter den geladenen Gästen, ausser Bruno Pieters waren alle Gewinner der letzten Jahre vor Ort, viele internationale Journalisten, ein bisschen Schweizer Cervelat-Prominenz, aber ganz im Rahmen, die Designer Ruben and Isabel Toledo und natürlich viele mehr oder minder bekannte Blogger, deren augenfälligste Vertreterin sicherlich Diane war.
Von der zweiten Reihe aus (vielen Dank liebe Stella-Organisatoren) durfte ich dann die Show verfolgen, während Katja sich im Fotografengraben (nein, nicht wirklich im Graben, sondern an der Spitze des Laufstegs) fleissig die Finger wund drückte (thanks to you). Die Moderatoren Marco Fritsche und Hattie Morahan führten galant und gesprächig durch den Abend. Erdem schickte geblühmte Frühlingsbotschafterinnen auf den Laufsteg, leider staksten die Models derart windschief und widernatürlich über den Catwalk, dass ich mich nicht so ganz auf die Kleider an sich konzentrieren konnte. Das mit den Models verbesserte sich aber im Laufe der Show, die Auswahl gewisser Models konnte ich mir aber bis zum Ende des Abends nicht erklären.

Alexis Mabillle zeigte schleierhafte Mode, die mal an griechische Göttinnen mal an Negligees und Abendroben erinnerten und mit Schuhen mit ultradünnen Absätzen und entzückenden Schleifen gepaart waren. Ohne Titel verwoben und verhäkelten asymmetrische Stoffteile in Rot, Blau, Braun, Schwarz und Weiss, die sie mit mässig schönen Keilabsatzschuhen oder mit Römersandalen präsentierten. Thakoon präsentierte ebenfalls eine farbenfrohe Kollektion voller floraler Muster.

Besonderen Gefallen fand ich an den Kollektion von Peter Pilotto, die von einem Feuerwerk, das sich im Wasser spiegelt, inspiriert wurde und mit pastellfarbenen, besonderen Textilstrukturen, mittigen Farbspieglungen und glitzernden Effekten brillierte. Und natürlich gefiel auch Alexander Wangs Kollektion entsprechend gut; zur Military-Musik marschierten die Models mit mächtigen Schultern, Hemden mit langen frackigen Hinterteilen mit quer und asymmetrisch darüber getragenen Uniform-Jackets über den Laufsteg, die Schuhe mit Keilabsatz und Leoprint konnten ebenfalls überzeugen.
Vor dem grossen Finale wurde die neue Kollektion der letztjährigen Gewinner Rodarte präsentiert, vorwiegend in Schwarz gehalten und im typischen Rodarte-Stil mit unterschiedlich über- und ineinandergelegten Stoffteilen, stolzierten die Models mit dem höchsten Schuhwerk des Abends als rockige Amazonen über den Laufsteg.

Der hochkarätigen Jury fiel die Wahl des Gewinners nicht einfach, doch konnten sie sich schliesslich auf Alexander Wang einigen, der den Preis erfreut entgegennahm, ihn am liebsten mit seinen fünf Mitstreitern geteilt hätte und bescheiden darauf verwies, dass ein ganzes Familienunternehmen hinter dem Label stehe. Sehr sympathisch, aufrichtig und ungekünstelt.
Danach ging es im Schiffbau mit Cüpli-Trinken weiter, und im Moods wurde dann auch noch trotz hoher Absätze das Tanzbein geschwungen. We have Band heizten an der Levi’s Aftershow Party ein, was wir dann leider nicht mehr live miterleben konnten, aber wir hörten sagen, dass bis früh in die Morgenstunden genüsslich gefeiert wurde.
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Kommentare (3)
…ein Hoch auf den tollen Designer
Kommentar von chrisschross — 13.11.2009 @ 13:52Musste mich mit der Fernsehübertragung begnügen…
Kommentar von Fernseher — 13.11.2009 @ 15:41bild nr 20 ist ein ganz schönes exemplar… da sieht man richtig gut wie sehr models an sich arbeiten müssen um auf den laufsteg zu kommen.
Kommentar von cerco — 15.11.2009 @ 22:43