Soundcheck: Neimo – “Moderne Incidental”
Warum Neimo zu Lieblingsrockern werden könnten? Zum einen, weil ihr neuster Coup “Moderne Incidental”, von Alan Moulder – der zuvor unter anderem die Arctic Monkeys, My Bloody Valentine oder die Smashing Pumpkins unter seine weiten Fittiche nahm, produziert und abgeschliffen hat, produziert wurde – und zum anderen, weil die Buben es einfach verstehen grundsoliden Indie auf die Beine zu stellen.

Anfänglich noch durch eine Drummachine supported (kann man noch hören auf “From Scratch”), war es eine gute Entscheidung, Vincent Girault in die Band zu holen. Jetzt klingt die Mischung aus frühen 80ern und Indierock mehr nach Schweiß und weniger nach Sterilität: Die nervös sphärischen Gitarren und treibende Beats wie bei “Johnny Five” wissen den Hörer in den Bann zu ziehen und bieten echte Alternativen zu Bloc Party und Konsorten. Und da gibt es ja auch noch Kracher wie “Diamond Lane”, der zunächst sanften Gitarrenriffs und ständigen Tempiwechsel zu einem wahrlich komplexen Song zusammenschmieden, der effektvoll in einem Gitarrenriffgewitter endet.
Neimo sind auf ihrer neusten Platte weniger Blondie und Duran Duran dafür mehr The Jam und The Strokes. Die Gitarren klingen immer noch streng nach Wave, werden aber durch die chorale Gesänge in den Refrains in die Zeiten des Nu-Indie katapultiert. Ein immer wieder überraschender Sound, der die Stimme von Bruno Dallesandro, der trotz der Abneigung der französischen Radiostationen und der Sprachquote in unserem Nachbarland englisch singt, sehr souverän trägt. Dallesandro kann übrigens auf charmante französische Art erklären, was die Band eigentlich will: “Getting on the Stage, giving everything, get wasted and then of course get the girls. Isn’t this the cliché of Rockmusic?” Oder anders gesagt: Neimo sind eine Mischung aus Romantik und Schweiß, “rough and sophisticated”.
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Neimo – Moderne Incidental
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Auf der Henne-Skala: 7/10
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Veröffentlichung: 27.02
Tracklist:
1. Can You Call Me?
2. Johnny Five
3. Echoing Pixels
4. Peter And The Wolves
5. Something In Common
6. Lines
7. Diamond Lane
8. Deceit
9. Poison The Chalice
10. The Loving Dead
11. The Hourglass
12. Carsick
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