Shamblebaby reist
Letztens habe ich eine Zeitreise gemacht. Nein, nicht mit einer Maschine wie in einem schlechten Science-Fiction-Streifen, sondern eine modische Zeitreise.

Ich habe alte Fotos von mir gefunden. Wobei alt übertrieben ist, die Bilder stammen aus den späten 90ern bis anfangs Millennium. Was ja nicht wirklich alt ist, und gerade das ist erschreckend. Bin ich vor gar nicht allzu langer Zeit wirklich so rumgelaufen? Und habe auch noch gedacht, das sehe gut aus?? Diejenigen von euch, die jetzt auf Bilder hoffen, muss ich leider enttäuschen. Solche Fehltritte breite ich hier sicher nicht noch einmal aus.
Ich sage nur: knallrote Armstulpen zum orangefarbenem Oberteil mit U-Boot-Ausschnitt, auf das ich einen selbstgemalten roten Stern aufgebügelt habe. Dazu eine beige Hose, die mir mindestens eine Nummer zu gross war (ich habe enge Hosen eine Zeit lang richtiggehend gehasst) und fette Skaterschuhe. Das Ganze ‚aufgepeppt’ mit tausend Ketten, Armbändern (kennt noch jemand diese sogenannten Buddha-Kettchen, die es in jeder Mädchenzeitschrift als Extra gab?) und Haarspangen.
Ein Graus, wie ich heute finde. Um so mehr muss ich manchmal in mich hineingrinsen, wenn ich im Zug, Bus, oder in der Schule ebensolche Exemplare herumlaufen sehe und diskutieren höre. Natürlich viel weniger 90er, aber im Grunde unterscheidet die heutigen Heranwachsenden nicht viel von meinen modischen und charakterlichen Wegfindungen (oder soll ich sagen ‚Ausrutschern’) von ‘früher’: Es wird mit dem eigenen Stil experimentiert, an der Persönlichkeit gefeilt und auch der Musikgeschmack ändert sich bei den Ein oder Anderen im Laufe der Jahre (ich selber habe früher eine Leidenschaft für Ska gepflegt).
Manchmal überlege ich mir, ob ich in weiteren acht bis zehn Jahren auch so denken werde, schliesslich kann man ja nie wissen…
Vor allem ein Spruch von mir mit ungefähr fünfzehn Jahren wird mir wohl immer im Gedächtnis bleiben: „Ich werde NIEMALS eine Hose ohne Schlag anziehen. Niemals!“ Damals hat man meine Schuhe unterm Jeansstoff nur knapp erahnen können und heute können die Röhren gar nicht eng genug sein. Äh ja.
Shamblebaby lebt in der Nähe von Basel und schreibt für kinki über Sinniges und Unsinniges aus der Musik- und Modewelt.
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Kommentare (3)
na, dann zeig doch mal die fotos! ich bin sehr gespannt!
Kommentar von urs — 06.04.2009 @ 11:37dafür bleiben deine haare zeitlos bisi-gelb.
Kommentar von coiffeur — 06.04.2009 @ 21:09eh, ging mir genau gleich. sah aus wie ein vollspacko, hat sich inzwischen glaub gebessert. schlaghosen ahoi- würde sowas heute nicht mehr anziehen, und früher gings nich weit genug. uääh, gruslig.
Kommentar von der in der bredouille hockende — 06.04.2009 @ 22:00