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Shamblebaby mag keine Castingshows

Wie wird man heutzutage zum Star?

Ganz einfach, man bewirbt sich bei einer Castingshow. Muss man dazu irgendwelche Talente mitbringen? Nein! Denn das erste Album, das man herausbringen wird, ist sowieso schon fertiggestellt, bevor die Band an sich überhaupt existiert. Die Texte sind geschrieben, die Instrumente aufgenommen, nur der Gesang fehlt noch. Und selbst das ist heute dank Computertechnik kein Problem mehr – wirklich singen muss man also auch nicht können.

Shamblebaby Castingshows

Die Vorstellung ist wirklich verlockend: man meldet sich bei ‚Musicstar’ an, singt ein bisschen, erzählt den Medien und der Jury (vorwiegend bestehend aus einem dummen Weibchen, einem ebenso blöden Grossmaul, das durch den Juryposten versucht, seinen endgültigen Untergang noch ein bisschen länger hinauszuzögern, und einem halbwegs ernstzunehmendem Urgestein aus der Musikerszene) etwas von ‚harter Zeit’ und ‚Nerven verlieren’ et voilà, schon hat man Andy Warhols berühmte fünfzehn Minuten Ruhm. Mit etwas Glück sogar ein halbes Jahr davon. Denn wirklich nachhaltig erfolgreich sind solche Castingbands selten. Um ehrlich zu sein – nie. Den richtig grossen Erfolg haben Bands, die sich selber aufgebaut haben. Durch nächtelange, schweisstreibende Proben, selbstgeschriebene Texte und kräftezehrende Konzerte in ranzigen Clubs vor zehn betrunkenen Zuschauern.

Ich kann zwar die Faszination solcher Sendungen durchaus verstehen – jeder Mensch ist im Innern ein kleiner Voyeur – aber meiner Meinung nach machen Formate wie ‚Musicstar’ die Musikwelt kaputt. Wo bleibt die Seele, das Herzblut des vermeintlichen Künstlers, wenn er oder sie von der ersten Sekunde an bis zum Anschlag vermarktet wird? Das ist es nämlich, was man als Gewinner einer solchen Sendung ist und bleiben wird: eine Marke ohne Wiedererkennungswert (egal, wie sehr man als ländliches Mauerblümchen einen auf dreckigen Rockstar macht). Denn was fehlt, ist der Grundstein, auf den der Erfolg eines Musikers aufbaut: Authentizität.

Shamblebaby lebt in der Nähe von Basel und schreibt für kinki über Sinniges und Unsinniges aus der Musik- und Modewelt.

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Kommentare (9)

  • wann hast du geburtstag? ich schicke dir ein pinkes päckli mit einem duden drin.

    Kommentar von Anonymous — 02.06.2009 @ 16:47
  • Damn ja, so ein aktuelles Duden-Teil könnt ich auch ganz gut brauchen. Ich habe meinen Geburtstag dieses Jahr auf den 10. Juni angesetzt. Nach Möglichkeit aber bitte nicht pink verpacken, dies könnte meiner Männlichkeitskonstruktion schaden und mein emotionales Gleichgewicht zerstören.

    Kommentar von william s. blake — 04.06.2009 @ 18:58
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Authentizit%C3%A4t

    Kommentar von Anonymous — 05.06.2009 @ 13:07
  • immerhin geht bei der rechtschreibung die innovatik oder so nicht ganz verloren

    Kommentar von Anonymous — 05.06.2009 @ 13:10
  • scheisse ja. danke. das kommt davon,wenn man nur das englische wort im kopf hat.

    Kommentar von shamblebaby — 05.06.2009 @ 13:15
  • bitte. das kommt davon, wenn man nichts im kopf hat.

    Kommentar von Anonymous — 05.06.2009 @ 15:35
  • Oh Gott, was für schlechte Laune wird denn hier wieder ausgelebt.. Oh mann,einige haben wirklich nichts besseres zu tun.

    Kommentar von Frau Holle. — 05.06.2009 @ 16:06
  • Ähmm wie stehen jetzt meine Chancen am 10. Juni einen Duden geschenkt zu kriegen?

    Kommentar von william s. blake — 05.06.2009 @ 16:49
  • ich mag die shamble eben auch nicht .denn ich hab eigentlich nie englische wörter im kopf

    Kommentar von Anonymous — 13.09.2009 @ 18:35

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