Shamblebaby entschuldigt sich.
Okay, okay.
Das war wohl etwas zu viel des Guten, letzte Woche. Ich stehe zwar weiterhin dazu – Kinder nerven mich die meiste Zeit.
Ehrlicherweise muss ich aber – Achtung Widerspruch! – zugeben, dass es selbstverständlich auch nette, herzige Dinger gibt. Meine Cousine zum Beispiel. Oder die Tochter der Gotte meiner Schwester. Und immer wieder Kinder im Alltag. Sehr selten zwar, aber immerhin ab und zu.
Ich wollte hier niemandem auf den Schlips treten, und verstehe, dass Eltern am Rad drehen, wenn sich ein 20-jähriger Schreiberling derart über Kinder auslässt. Ich bin ja schon froh, keine Morddrohungen erhalten zu haben. Die Kommentare reichten von (wenig) Zustimmung bis hin zu bösen Zukunftswünschen („Hoffentlich gebärst du Siebenlinge!“, „Irgendwann sitzt man selber da mit so nem kleinen Scheisser, so is es und so wird es immer sein und dann darfst du hoffen, dass es tolerantere Mitmenschen gibt als Dich.“).
Uiuiui. Hier also offiziell: Entschuldigung. Ganz so böse wollte ich eigentlich nicht sein. Nur: verschlafen am Sonntagmorgen neben Kleinkindern (LAUTEN Kleinkindern) und tratschenden Mamis zu frühstücken ist nicht gerade mein Traumszenario. Gleich danach diese Kolumne zu schreiben, war wohl keine so gute Idee.
Kinder sind schliesslich unsere Zukunft, jemand muss später ja auch meine AHV bezahlen, da hätte ich ruhig etwas netter sein können.
Auch mein persönliches Umfeld hat sehr unterschiedlich reagiert: „Ich finds super, polarisiere isch immer guet!“, „Also das isch scho sehr bös, fasch scho rassistisch i de hütige Ziit!“, „Jo sälber tschuld, me schribt au nid, Chind seige blöd, spinnsch eigetli?“. Nein, ich spinne nicht. Und ich werde weiterhin „in Aarauer Kafis mein Gezetere und Gelästere“ abhalten (in angemessener Lautstärke), aber hoffentlich keine Siebenlinge gebären. Dafür werde ich mir wohl als nächstes Herr Lehmann von Sven Regner zu Gemüte führen. Denn: jedem das seine. Danke.
(Was aber noch gesagt werden muss: ich selber hatte eine sehr schöne Kindheit. Meine phasenweise extreme Abneigung Kindern gegenüber rührt also nicht von schlechten Erfahrungen, oder gar einem Trauma meinerseits. Merci fürs Sorgenmachen, Herr F.S., das geht aber auch oberhalb der Gürtellinie!)
Shamblebaby lebt in der Nähe von Basel und schreibt für kinki über Sinniges und Unsinniges aus der Musik- und Modewelt.
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Kommentare (6)
so, so …
Kommentar von michi — 30.03.2009 @ 12:24Eigentlich bin ich ganz harmlos…. mit einem übertriebenen Hang zur Gerechtigkeit.
Kommentar von Felix Stecher — 30.03.2009 @ 12:39Überall wo ich auf Ungerechtigkeit stosse, neige ich dazu Partei zu ergreifen… Vor allem dann wenn es Wesen betrifft die nicht imstande sind sich selbst zu verteidigen.
Ich wählte auch deshalb meine drastische Formulierung weil ich wusste das Du nicht hässlich bist…. und aufgrund Deiner Schreibweise schloss ich, daß Du aus einem relativ wohlbehüteten mittelständischen Eleternhaus mit mittleren bis evtl. akademischen Bildungsgrad stammst. Ich gestehe daher, absichtlich und mit voller Rücksichtslosigkeit diese haltlosen Behauptungen gegen Dich in den Raum gestellt zu haben nur um fies zu sein. Eine Charakterschwäche meinerseits wie gesagt. der Käse soll Dir natürlich nicht im Halse stecken bleiben, allerdings gehört der Besagte auch nicht in einen Blog oder eine Illustrierte…. wünsche Dir alles Gute und möge Dich die Muse küssen.
mann felix
Kommentar von chrisschross — 30.03.2009 @ 13:58was soll man dazu sagen? ich zitier mal aus dem vorwort der aktuellen titanic, dem satiremagazin für grosse herzen und offene geister:
Kommentar von dani L. — 30.03.2009 @ 14:20“der beste schutz gegen brutal-kinder ist und bleibt das gute alte präservativ-ganz gleich was horror-opa ratzinger ihnen einreden mag.
erst eine welt ohne kinderlachen ist eine welt ohne blutlachen. denken sie mal darüber nach.”
ihr habt den mann gehört…
“erst eine welt ohne kinderlachen ist eine welt ohne blutlachen.”
Kommentar von irgendniemand — 30.03.2009 @ 18:22das ist wohl die unnötigste nihilistenkacke, die je das licht meines bildschirms erblicken durfte. dann könnte man auch meinen, eine welt ohne (eventuell schockierende?) berichterstattung sei eine glücklichere welt? eine welt, zum beispiel, ohne (achtung, möglicherweise unbefriedigende!) livemusik eine zufriedenere welt? generalisieren kannst du im philosophieunterricht, dani..
da hatte ich leider einen fensterplatz, was vielleicht eine erklärung dafür sein könnte, dass ich mit deinen beispielen nicht viel anfangen kann. aber schau dir doch den letzten satz des zitats noch mal an, der ist gar nicht so schlecht
Kommentar von dani L. — 31.03.2009 @ 09:42