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Shamble Baby gammelt

Nach vierzehn Tagen im Exil melde ich mich wieder zurück. Mich hat die üble Krankheit erwischt, die sie “Student’s Kissing Disease” nennen. Ich bin zwar keine küssende Studentin, aber der deutsche Name (Pfeiffersches Drüsenfieber) macht mich irgendwie noch kranker. Ich habe gekämpft, gegen Fieber, Halsweh und vor allem gegen eins – Müdigkeit (den Kampf hab ich übrigens noch nicht gewonnen!).

Die letzten zwei Wochen bin ich also dahinvegetiert – Bett, Sofa, Küche (Hauptnahrungsmittel: Suppe und Joghurt) und wieder zurück ins Bett. Klingt erholsam? Gar nicht! Vom Schlaf bekommt man nämlich nix mit, man ist bereits wenige Minuten nach dem Aufstehen wieder todmüde.

Was währen dieser Leidenszeit wirklich wichtig ist: bequeme Garderobe! Ich für meinen Teil bleibe der guten alten Leggins treu, und ja, ich ziehe die Dinger als Hosenersatz an. Die bleiben wenigstens wo sie sein sollen und rutschen nicht bei jeder Bewegung in die Kniekehlen (vielleicht überkommts einen ja doch mal und man will Wäsche aufhängen oder solche Spässe). Dazu passt eigentlich alles – T-Shirt, Tanktop oder das ausrangierte Sommerkleid vom letzten Jahr (für zusätzlichen Glamour: Turban aus bunten Tüchern basteln und zu “I Want to Break Free” staubsaugen).

Eigentlich bin ich ja nicht eitel was mein Gammeloutfit angeht. Aber als ich mal einer top gestylten Nachbarin die Tür in knallroter Samthose und einem türkisen hemdähnlichen Etwas (das mir bis zu den Knien reichte) geöffnet habe, wollte ich an meiner Zuhause-Garderobe doch ein bisschen was ändern. Dazu ziehe ich übrigens oft noch dicke Socken an (an dieser Stelle ein “Danke Arschloch” an fünfzig Jahre alte Wohnungen ohne Bodenheizung) und eine riesige Trainerjacke aus der H&M-Männerabteilung. Fertig ist der perfekte Aufzug zum Rumlümmeln und Krankheiten auskurieren. Oder um einen verregneten Sonntag allein zu Hause zu Tode zu schlagen.

Was man dazu sonst noch braucht:

1. Gute Filme. Mein DVD-Spieler läuft regelmässig auf “heavy rotation” an solchen Tagen. Ich mag “The Dreamers“. Und so Sachen wie “Das wilde Leben“. Was ich nicht mag: “Trainspotting“.

2. Gute Bücher. Man kann ja nicht ständig vor der Glotze hängen. Ich empfehle ganz plump: Nick Hornby. Wen ich überhaupt nicht empfehle: Paul Coelho.

3. Viel Kaffee. Ich zumindest. Empfehlung: Sich einen Kaffeekocher anschaffen. Das Zeug aus Kaffeemaschinen schmeckt nach Pfütze.

4. Ein Notizbuch zum Verunstalten. Ja wirklich! Basteln ist der neuste Scheiss. Ich für meinen Teil bin im Besitz mehrerer dieser tollen schwarzen Büchlein. Eines hat die Funktion einer Agenda, eines benutze ich zum Schreiben (versuche es jedenfalls) und eines ist eine Auffangstelle für “kreative” Ausbrüche und eine Art Tagebuch – ich sammle alles, von leeren Zigipackungen über Kino- und Bahntickets, Eintrittskarten und jede Menge Glitzer und selbstgezeichnete Kunstversuche. Macht Spass, lässt die Zeit unglaublich schnell vergehen und ist in einigen Jahren sicher eine lustige und schöne Erinnerung.

5. Gute Hintergrundmusik. Ich empfehle: Radio Swiss Jazz. Ja, wirklich!

Der nächste Sonntag, die nächste Krankheit, die nächste Regenperiode kann also ruhig kommen.

Shamble Baby lebt in der Nähe von Basel und schreibt für kinki über Sinniges und Unsinniges aus der Musik- und Modewelt.

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Kommentare (6)

  • wunderbar, lass uns über trainspotting streiten

    Kommentar von dani L. — 10.03.2009 @ 22:11
  • buchtipp: yep. wer coelho liest hat in seiner jugend was verpasst. aber trainspotting? bester monolog der filmgeschichte! und ein brillianter film dazu. in diesem sinne:

    Choose Life. Choose a job. Choose a career. Choose a family. Choose a fucking big television, choose washing machines, cars, compact disc players and electrical tin openers.

    Kommentar von phil — 11.03.2009 @ 09:07
  • gut, was den monolog angeht muss ich mich geschlagen geben. vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe ansprüche, aber trainspotting ist für mich leider nichts anderes als ein weiterer abgefuckter drogenfilm ohne guten hintergrund. dafür mit guten mono- und dialogen. das ist dann aber auch schon alles.

    Kommentar von shamblebaby — 11.03.2009 @ 09:57
  • oh mann ich brauch geld..ich will mir schon seit nem halben jahr endlich das wilde leben kaufen aber mein geld verteilt sich immer automatisch an meine lieblingsäden=(

    Kommentar von flash-inc — 11.03.2009 @ 18:53
  • Leggins sind nach wie vor top.
    Und nicht ‘für ausgelaugte Putzfrauen ab 45′, wie mein Griechischlehrer mit mal höflich mitgeteilt hatte.

    Und die gute Musik in ‘Trainspotting’??????!!!!!! Halloooo?

    Kommentar von strawberryfield — 24.03.2009 @ 20:30
  • (mit = mir)
    ><

    Kommentar von strawberryfield — 24.03.2009 @ 20:31

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