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Seelenluft: Birds and…

Am 22.8.08 von kinki noch kein Kommentar

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Drei Jahre sind vergangen, seit Beat Soler alias Seelenluft sein letztes Album „The Way We Go“ veröffentlichte und das entspricht genau der Zeitspanne, die Beat Solèr an seinem neuen Album „Birds And Plants And Rocks And Things“ gearbeitet hat

„Birds And …“ ist sein bisher aufwändigstes Album und übertrifft damit noch die beinahe weltumspannenden Aufnahmesessions für „Out Of The Woods“, sein Album von 2002 mit dem Überhit „Manila“.

Den Startschuss für das neue Werk lieferte wohl der Umzug nach Zürich nach Berlin der Liebe wegen. Ein weiterer wichtiger Schritt war sicherlich der Wechsel von Klein Records zu Gigolo Records, die Vorabsingle zum Album „Horse With No Name“, ein Cover der Softrock-Wüstenballade von America, erschien noch als Kooperation der beiden Independent-Label-Legenden. Und nun ist „Birds And…“ eben fertig und es liegt nahe zu sagen, dass es sein bisher komplettestes Album geworden ist. „Birds And …“, das sind 13 neue Songs, die den charakteristischen Seelenluft-Sound noch ein wenig greifbarer machen. Denn etwas ganz spezielles gab es da immer schon – egal ob Beat Solèr als Silvercity Bob sein Festplattenorchester dirigierte, Musik für Synchronschwimm-Ensembles machte, den homogenen Eklektizismus erfand oder in den Elektropop-Club wanderte – einen Seelenluft-Track erkennt man in jedem Songcluster, ohne dass es an irgendwelchen billigen Trademark-Gimmicks liegen würde, es ist mehr etwas, was sehr vielen Songs fehlt – Seele, eben.

Auf „Birds And Plants And Rocks And Things“ singt Beat Solèr auch („Comme Dans Un Rêve“), aber auch Julie Lee, die sich auf eine französische, wie auch eine dänische Herkunft berufen kann. Die meiste Vokalarbeit leistet aber eindeutig Florian Horwath, der Vokalist des Quasi-Hits „Horse With No Name“. Florian’s Charisma pendelt zwischen nonchalanter Disco-Attitüde, emotionalem Überschwung und vor allem viel, viel Hingabe an seine Kunst. Perfekt für den Seelenluft’schen Klangkosmos, also – ein match made in heaven. Florians Solo-Album “Sleepyheads” erscheint übrigens dieser Tage auf “Roof Music”.

<p>Draufklicken zum Reinhören</p>Geschrieben, gespielt und produziert hat allerdings Mr. Seelenluft himself – der Soundkosmopolit verbindet auf seinem fünften Album in seiner gewohnt harmonisierenden Gangart klassische Pop-Strukturen mit Lo Fi Elektro, Chanson, Disco, gibt sich aber auch mal psychedelisch und dann wieder kontemplativ. Nicht mehr so im Club vertieft wie auf dem letzten Album „The Way We Go“ und auch nicht so vielgestaltig wie auf dessen Vorgänger „Out Of The Woods“ gibt sich Seelenluft auf „Birds And …“ vor allem eines – erwachsen, aber ganz ohne Mief oder dem erhobenen Zeigefinger des mit allen Wassern gewaschenen Song- und Sound-Ästheten.

Einen Renaissance-Mensch alten Zuschnitts könnte man hinter „Birds And …“ vermuten, jemanden, der seine Maschinen nicht beherrscht, sondern versteht. Und jemanden, der vor allem eines wirklich kann – berührende Songs schreiben, bei denen man oft nicht weiss, ob man lachen oder weinen soll, denn jeder melancholische Moment trägt in sich auch gleichzeitig den Sonnenstrahl, der alles gut machen wird. Und die uplifting moments tragen vice versa auch ihren Schatten mit sich. „Birds And …“ zeigt Humor auch an den dunklen Stellen und deutet so immer die Kehrseiten der Medaillen an. Beat Solèr zeigt, dass er seine ganz eigene Musiksprache weiterentwickelt hat.

Birds And Plants And Rocks And Things“ mit seiner immer homogen wirkenden Vielfältigkeit ist ein Meisterstück dieser Disziplin, ein Dance-Album für Shoegazers, der Wohnzimmer-Soundtrack für Clubheads, das Rock-Album für IDMler und das Elektro-Album für Fan von Sonic Youth und My Bloody Valentine.

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