Samt – Die Rückkehr?


Derzeit ist in der Modewelt eine gewisse Romantisierung zu beobachten, der ich persönlich etwas argwöhnisch gegenüber stehe. Und dabei meine ich nicht nur die absolut grässlichen, mit dem Historismus liebäugelnden, rüschenbesetzten Herren-Hemdsärmeln bei Chanel. Vielmehr echauffiere ich mich ernsthaft über Rüschen, Schleifen, Vuitton-Hasenöhrchen und: SAMT.
Samt passt – neben dem mir nicht unbedingt beliebteren Cord – zugegebener Weise ungemein gut zum Herbst. Fast schon meint man, das Rascheln des Herbstlaubs in den Falten des Garns wiederzufinden oder glaubt, die wunderbare Farbpalette derselben in dem changierenden Material erglimmen zu sehen.
Schade nur, dass Samt sich schlicht und ergreifend widerlich anfühlt und man in keinster Weise wild darauf sein kann, die zu einem kurzen Flor geschlungen Fasern auf der Haut zu spüren.
Umso erstaunlicher scheint es, dass einige Designer sich dem ursprünglich mal sehr deutschen Gewebe (drei Jahrhunderte lang kam jeder Samt ausschliesslich aus Krefeld) angenommen und somit das Samt von seiner längeren Auszeit befreit haben. So zeigen viele Designer ihre aktuellen samtigen Herbstkollektionen an mit Stolz geschwellter Brust der Models. Ich gebe also zu, dass die Damen und Herren von Fendi, Bottega Veneta, Prada, Alexander Wang, Marc Jacobs oder Christopher Kane wohl schon wissen, was sie da tun, und hübsch anzusehen ist es allemal. Aber Anziehen? Nein Danke!
Fotos: via Style.com
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Kommentare (4)
ach komm schon. ein wang-samt teil würdest auch du anziehen..
Kommentar von katja — 27.10.2009 @ 17:47mh… und was krieg ich dafür?
Kommentar von anja — 27.10.2009 @ 18:28dein name unter einem porno film…
Kommentar von katja — 27.10.2009 @ 20:17samt erinnert mich an grufties!
Kommentar von sue — 28.10.2009 @ 08:21