Royal Arena Festival
Neulich hatte ich einen groben Anfall von dermassener Coolness, dass selbst die Inuit sich mir nur mit einem Anzug aus Polarfleece über den Weg getraut hätten. Ich hatte nämlich meine weiten Hosen an! Da ich an diesem Tag treffenderweise ohnehin in Biel unterwegs war, gab es für mich nur einen Ort an dem dieser anhaltende Zustand nicht auffallen würde.
Eine Busverbindung später war ich also in Orpund und vor den Toren des Royal Arena Festivals. Der Zutritt zum Festivalgelände schien nichts zu kosten, keinen der zahlreich anwesenden Security Guards am Haupteingang schien es auf jeden Fall zu interessieren, dass mein Festivalbändeli am Handgelenk eigentlich nicht wirklich meines war, und meine reizende Begleitung sich auf dem Gelände gänzlich ohne diesen Armschmuck bewegte.
Ich war also drin und “new-jackte” mal kurz zum nächsten Bierstand. Das Bier war in punkto Preis und Qualität Standard, aber leider gab es auf die Becher kein Pfand, was mich doch kurz beunruhigte, da die einzige Einnahmequelle an Festivals für Hartz IV-Penner wie mich eben darin besteht, dem zahlenden Publikum die Becher zu stehlen. Ich war also drin und durstig und somit schwand auch mein Paper schnell dahin.
Trotzdem war ich bereit für ein bisschen Action. Ich hatte Glück, da gerade M.O.P. die Bühne betreten hatten und – soweit ich das interpretieren konnte – versuchten sie den Rekord für “meiste angespielte Songs” zu knacken. Ob sie ihn gebrochen haben, weiss ich leider nicht, ich habe irgendwann mal aufgehört zu zählen, da mich diese Art, Konzerte zu geben daran erinnert hat, wie wenn man beim Strullen, völlig losgelöst und in Drei-Punkt-Stellung versteht sich, plötzlich den Schliessmuskel aktiviert!

Brownsville und die Mashout Posse haben bei mir aber dennoch Legendenstatus, deshalb lohnte sich das Zuhören trotzdem. Der nächste Act und Headliner des Abends scheint hier irgendwo in der Nähe zu wohnen, da man den öfters in unseren Gefilden sieht als hübsche Politessen. Method Man machte eine Sache richtig: er liess auch dieses Mal den einzig wahren Rap-Enterainer, mein Jugendidol bis heute, den Otis Redding vom BK Zoo, Ason Unique, Big Baby Jesus, Dirt Mc Girt, Osirus, kurz gesagt Ol‘ Dirty Bastard nicht in Vergessenheit geraten und das tat meiner geschändeten Rap-Seele gut. Als er dann aber anfing seine Parts zu rappen, war bei mir Feuer im Dach und ich stellte meinen iPod auf laut. ODB ist für mich eine unantastbare Grösse, zu local Acts äussere ich mich nicht.
Kaum war auf der Main Stage Lichterlöschen angesagt strömte die ganze Pelle Pelle-Armada und Backpackervereinigung (stellt euch vor, es gibt sie tatsächlich: Hip-Hopper, welche im vollen Ernst mit einem gefüllten Rucksack durch die Gegend hinken. Urban Myth: BUSTED!) geschlossen zur Techno-After Hour. An diesem Happening war ich dann nicht mehr zugegen, da ich irgendwie befürchtete, dass Technomucke unter dem Jubel von tausenden von Street Hoppern seinen Reiz verlieren könnte und in etwa so spannend ist, wie einer Glühbirne beim Leuchten zuzusehen.
Die Diskussion zu meiner Bewertung ist somit eröffnet… Mein persönliches Highlight des Abends soll hier aber nicht ungenannt bleiben. Die Schwarzmaler-Crew, zuständig für die Bühnenbilder, Flyer, Poster, T-Shirts und die ganze Aufmachung des Festivals, hat einmal mehr absolut geniale Arbeit geleistet. Ihr visionäres Design ist wahrlich ein Augenschmaus hat an dieser Stelle nur dickstes Lob verdient.
Schlussendlich bleibt zu sagen, dass mir das Festival nicht so gut gefallen hat, ich will aber mit der Festivalleitung in diesem Sinne Frieden schliessen, da ich ich mein gekauftes Bier aufgrund meines Zustandes – der wohl gemerkt bei weitem über ein Damenräuschchen hinweg ging – ohnehin fortlaufend in Dekolletes schüttete und dies somit meinen Bändelitrick wieder wettmachte.
Quid pro quo sozusagen…
Trackback & RSS:
TrackBack URL, Kommentar RSS

Kommentare (8)
Haha wunderbar.
Kommentar von william s. blake — 28.08.2009 @ 12:13mehr als wunderbar
Kommentar von steve reich — 28.08.2009 @ 16:51Meerbar
Kommentar von hansi — 28.08.2009 @ 20:22tja, manche leute können schreiben und manche glauben sie können es.
Kommentar von kakkfrau — 29.08.2009 @ 14:32jedem sein talent
Kommentar von mr. s — 31.08.2009 @ 09:19yip, yip!
Kommentar von matty — 02.09.2009 @ 17:43ich finde eure kommentare blööd.
Kommentar von blööd — 22.09.2009 @ 13:54nicht blöd… es heisst totals plöd.
Kommentar von der nette kerl da drüben — 30.10.2009 @ 15:41