Review: NACHT DER HELDEN

Heute sind wir alle Helden, das darf mal so ganz unbescheiden gesagt werden, diese Nacht gehört uns. Eine gewaltige Schlange wartet nach Mitternacht noch auf Einlass vor den Türen der Kaserne in Basel, in der, brechend voll, die in der dritte Auflage schon beinahe zur Legende gewordene, HGK-Party bereits in vollem Gange ist.
Alle sind sie gekommen, um uns zu feiern, keine Frage. Es gibt kein Entrinnen, überlebensgrosse Pappfiguren der Diplomanden der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel weisen draussen den Weg zum Eingang, stehen vor Garderobe und Klo, hängen über der Bar und tanzen an der Decke über der Tanzfläche, Helden der Kunst, Helden der Gestaltung, Helden der Luftschlossarchitektur, Helden des Schönen und des Exzesses… Helden überall. Die Zweitsemester der Innenarchitekten haben getan wie geheissen, keinen Aufwand gescheut, die Party zu inszenieren und es ist ihnen ausgezeichnet gelungen.
Insbesondere die offene räumliche Aufteilung der grossen Reithalle in Lounge und Dancefloor ist ein Volltreffer, die Stimmung derart gut und ausgelassen, dass das durchaus spektakuläre LineUp (Zombie Disco Squad / London, Round Table Knights / Bern, Zaber Riders / Basel) zur Nebensache wird, aber dennoch für beste Unterhaltung sorgt. Das Publikum ist angenehm durchmischt und in bester Feierlaune, hat erwartungsgemäss einen leicht arty Einschlag, es sind viele Studenten anzutreffen.

Einziger leichter Wermutstropfen bleibt vielleicht die Bar, die es versäumt hat, diesem Umstand Rechnung zu tragen: „Ja, Studentenparty bedeutet nicht, dass es auch Studentenpreise gibt…“ Die Barkeeperin nimmt’s mit Humor, und schliesslich müssen auch Helden mal bluten. Vor allem aber Schweiss und Getränke fliessen in Strömen und während Umrisse langsam unscharf werden und Formen, Lichter, Menschen und Räume zu einer bunten, pulsierenden Masse im Äther verschwimmen, durch die die Bässe von immer weiter her zu wummern scheinen, sind wohl schon einige Lichter ausgegangen, als um fünf Uhr morgens die Deckenbeleuchtung an-, und die Feier zu Ende geht.

Einige der Helden werden Tags darauf am Boden zerstört aufgefunden, nicht wenige davon können erfolgreich gerettet, wieder aufgepäppelt und noch bis zum 19.9. 2010 in der Diplomausstellung in der Messe Basel besucht werden.
Text: Daniel Mahrer
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