Review: Melt! 2010
Freitag, 16. Juli 2010
Am Freitag ging es gleich sagenumwoben los mit dem Auftritt von Bonaparte, die in letzter Zeit nur vor ausverkauftem Haus gespielt haben. Tosenden Applaus gab es für eine der irrwitzigsten Bühnenshows, ever! Einem kleinen Theaterstück gleich, fetzten Fantasiepferdchen und andere, nicht zu definierende Gestalten über die Bühne und zwei leicht bekleidete Punkdamen lieferten eine Wrestlingshow – einfach grandios. Das Wetter spielte mit und so knallte die Sonne mit 38 ° runter und bescherte dem ein oder anderen einen Rausch der Extraklasse.
Meine Tote Bag mit der Aufschrift “Fuck Your Face” wurde zum Magneten für Streetstyle-Fotografen, und auch ich muss mein Lob an die Besucher aussprechen: die Outfits waren MEGA. Die Shout Out Louds waren gewohnt professionell und super in ihrem Tun, jeder sang und tanzte mit – inklusive mir. Two Door Cinema Club, Tocotronic, Delphic, Yeasayer, The xx, u.v.m. – man musste sich schon gut organisieren, um alle Acts, die am Freitag die Bühne rockten auf dem Riesengelände sehen zu können.
An dieser Stelle besonders erwähnt werden muss Kele von Bloc Party, der mittlerweile mit seinem Solo Debüt auf Tour ist. Während ich letztes Jahr noch ein Interview mit einem recht schüchternen Mann geführt hatte, fegte jetzt ein selbstbewusster Sturm über die Bühne und riss die tosende Menge dermassen mit, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe.

Samstag, 17. Juli 2010
Der Samstag war nach dem Line-up zu beurteilen eher weniger mein Fall, diese Meinung teilten übrigens auch viele Besucher, die sich empörten, dass Main Acts wie Massive Attack erst am Sonntag spielten, nur damit ein 3 -Tages statt ein 2-Tages-Pass gekauft wurde. Dennoch gab es auch hier einige Highlights, wie z.B. Dendemann mit seiner kratzigen Stimme, dem 80er-Schnoizibart und seiner Crew aus Jogginganzugträgern aus der Plattenhaussiedlung. Auch The Big Pink waren live der Wahnsinn, auch wenn die Armen im Introzelt, das einer Sauna gleich kam, spielen mussten. Jamie Lidell bescherte mir bis heute einen Ohrwurm mit seinem “Another Day” und lieferte Sondereinlagen, in denen er zeigte, wie gut eine menschliche Beatbox funktioniert. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle die Video Live-Show von Chris Cunningham, einem Genie seiner Zunft. Eine extremere VJ-Show habe ich noch nie gesehen und so hatten viele der Besucher vor den Riesenleinwänden leichte Würgreflexe, da die Bilder von Embryos und Horrorkindern manchen die an allen Ecken angebotenen Chinanudeln wieder “Hallo” sagen liessen.

Sonntag, 18. Juli 2010
Sonntag, ach ja, nach ausgiebigem Ausschlafen erreichte ich das Festival erst auf den Abend hin, was mich die Konzerte von Get Well Soon (schon einmal gesehen) und Broken Bells kostete. Goldfrapp und Band erinnerten mich zuweilen an eine moderne Version von Abba und an die Bühnenoutfits WhoMadeWho. Aber Objekt der Begierde war für so ziemlich jeden an diesem Tag Massive Attack, die thx God, auf der Mainstage spielten und Klassiker bis hin zu neuen Songs vom “Heligoland” Album spielten. Das DJ-Duo Crookers, vielen bekannt durch ihre Version von “Day’n'Nite” von 2009, liessen es dann nochmal richtig krachen.
Mein Resümee für dieses Festival fällt noch besser aus als letztes Jahr, ich habe nur leere Sanitätszelte gesehen, eine noch bessere Organisation von Seiten der Veranstalter, es lag mehr der Duft (oder eher die Wirkung) von Marihuana denn von chemischen Drogen in der Luft und ich habe noch nie so viele nette Menschen kennengelernt. An dieser Stelle ein Dank an meine Schwester, die mich begleitet hat; die Jungs um Johannes Willi (Von…Bis…-Zine, Zürich), die mit mir die Nächte zu Tagen machten; an die Crew von Converse, die mich auf die Riesenbagger schleppten und all diejenigen unter Euch, die mich aufgrund der kinki Tasche so lieb für unser Magazin gelobt haben.
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Kommentare (2)
top!
Kommentar von Anonymous — 21.07.2010 @ 12:43börner!!!
Kommentar von Anonymous — 21.07.2010 @ 12:50