Review: B&B und Patrick Mohr Fashionshow

Der Modetrubel hielt wieder Einzug in Berlin, und vor Ort mochte man meinen, die ganze Stadt hätte sich in einen einzigen Modezirkus verwandelt. So wurden simpelste Hinterhöfe zu Laufstegen, ausrangierte, abgefuckte Wohnungen zu Party-Hotspots und jeder, aber wirklich jeder auf der Strasse war gerade unterwegs zu der einen oder anderen Veranstaltung. Aber von Anfang an…
Diesen Sommer überschlagen sich fast die Ereignisse in Berlin. So sind gleich vier Messen zur selben Zeit angesetzt plus natürlich die Mercedes-Benz Fashion Week am Bebelplatz. Da wäre die Bright, die Premium, die Bread & Butter und Thekey.to, die sich auf nachhaltige Mode im Fairtrade-Bereich spezialisiert hat. Es braucht also einen straffen Zeitplan und viel Organisationstalent, wenn man auf allen Hochzeiten tanzen möchte.
Die Bread & Butter ist für mich noch immer eine der liebsten Messen, aber mittlerweile mehr wegen dem Get-together aller Blogger und Redakteure der Welt, denn als eigentliche Inspiration für die kommende Saison. So sind die Besucher aller Messen die eigentlichen Highlights und meiner Meinung nach auch die eigentlichen Akteure für die Ideen der Zukunft. Denn leider fällt unseren Designern nicht mehr wirklich viel ein – und ja, wir müssen wieder einmal mit dem Thema Armylook rechnen, was die Einfallslosigkeit noch unterstreicht.

G-star setzte wieder auf eine Riesenshow und hat sich wohl mittlerweile im Modeltraum von Heidi Klum eingekauft, denn wie schon in den vorangegangen Shows lief hier das amtierende Germany’s Next Topmodel, Alisar. Hier wird zu meiner Freude weiterhin auf den kompletten Jeanslook und unbehandelte Färbungen gesetzt. Schön mit anzusehen waren die Shows von Diesel, die weg gehen von Size Zero und ihre Bikinimode lieber an realen Frauenkörpern vorführten oder Streetstyletänzer als Models engagierten.

Dasselbe kann man von der Fashion Week nicht behaupten, da waren die Damen wie eh und je mager. Besonders bei Patrick Mohr hielt der eine oder andere schon mal die Luft vor Entsetzen an, weil a) alle Models, ob männlich oder weiblich dem Designer nachempfunden mit Glatze und Bart liefen und b) eines der weiblichen Models wohl doch erhebliche Figurdifferenzen hatte, nämlich die, dass sie MEGA-MAGER war. Aber – das möchte ich nicht vergessen – Patrick zeigte erstmals eine wirklich tragbare Kollektion, die mit Sicherheit nicht jeden anspricht, aber, und genau das vermisste ich, Individualität ausstrahlt.

Partymässig war ich dieses Jahr etwas ruhiger unterwegs, die Hitze machte einen abends einfach zu fertig. Da war das BBQ von Kickz, das mir durch die Niederlage der Deutschen an der WM wohl noch länger in Erinnerung bleiben wird. Oder das White Trash in Mitte, das uns Mädels sehr ans Herz gewachsen ist, weil es, dem Namen entsprechend, trashig bunt an Leuten und Bands war. Auch das BBQ von Converse überzeugte durch seinen Hinterhofcharakter und die interessante Gästemischung von Hipstern, Fashionistas, Gangstern, Rockern und Normalos – und natürlich den gigantischen Burgern.
Die Aftershowparty von Patrick glänzte eher durch Minimum 45 Grad Innentemperatur und keinerlei Aussenbereich, füllte sich aber stetig. Ansonsten hätten wir uns wahrscheinlich von Party zu Party treiben lassen können, denn die Hitze trieb alle auf die Strassen und verriet so ihre Location, was Berlin zu einer unglaublich charmantem Partyhochburg machte, die man so nur in südlichen Gefilden zur Hochsaison vermutet.
Nächste Woche geht es dann gleich weiter mit dem Melt Festival… So stay tuned.
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Kommentare (2)
Danke für die Infos.Berlin und die B&B war wirklich cool…endlich auch mal positive Stimmung der Leute…..schade nur, das keine CH-Labels an der B&B Erwähnung finden……
Kommentar von Anonymous — 13.07.2010 @ 11:50[...] Palacios ist einer der Modefotografen, die bei der diesjährigen Fashion Week in Berlin die besten Momente durch die Linse dokumentieren durften. Geboren wurde er 1982 in Frankfurt, hat [...]
Pingback von » Ausstellung: Alexander Palacios - Blog – kinkimag.com — 12.08.2010 @ 08:02