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Operation Baltikum: Tagebucheintrag IV

Die Operation Baltikum ist ein Roadmovie, der gerade entsteht. Während drei Wochen fahren Crew und Cast durch Litauen, Lettland und Estland. Auf kinkimag.com seid ihr den  Abenteurern auf der Schliche, hier der vierte Tagebucheintrag!

Operation BaltikumDamit nicht die ganze Crew danach suchen muss, fährt die Aufnahmeleitung vor und sucht ein solches Schild. Ein Ortsschild findet sich bekanntlich meistens am Rand, gegen Ende der Stadt. Unser Hotel, “The Stackelberg”, hat neben vielen weiteren positiven Eigenschaften, auch die, dass es direkt im Zentrum liegt.

In solchen Momenten ist es dann eben fraglich, ob dies nun positiv ist… Doch darüber zu sinnieren macht keinen Sinn, und so radelt die Aufnahmeleitung los. Vorbei an Häusern, denen man wünscht, sie wären nie gebaut worden, und anderen, denen man dafür getrost beim Zerfall zuschauen kann.

Wir radeln also an kerzengeraden Nadelbäumen, deren abgewetzten Stämmen man am liebsten Namen geben würde, damit sie sich wenigstens durch diesen Aspekt unterscheiden, an einem Hotel, an dem die ganze vorhandene Elektronik in Form von Kabeln an der Fassade hängt (da wo noch welche vorhanden ist). An einem Verkehrsschild, das VORSICHT EICHHÖRNCHEN! warnt.

Operation Baltikum

Wir beobachten einen Kiffer und hören gleichzeitig Amy Winehouse von Weed singen und fahren an einem Friedhof vorbei, während “Michael Jackson” von Fatboy Slim läuft. Wir sehen Leute, bei denen wir rätseln, wo sie wohnen, und fahren wiederum an Häusern vorbei, von denen wir gerne wüssten, wer wohl darin wohnt. Das alles ist zwar recht spannend, dennoch hofft man, auch bald mal auf das Ortschild zu treffen.

Als erstes finden wir eines mit einem rot durchgestrichenen schwarzen Stadtumriss – das Ende der Stadt. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Aber es ist noch nicht das gesuchte Schild. Und plötzlich sind da zwei schwarze Pfeiler aus reinem LCD und über das Display läuft ein Abschiedsgruss in einer fremden Sprache. Auf der anderen Seite, wo es eben halt Tallinn ankündigen sollte, da steht wirklich Tallinn: in roten Pixeln! Ungelungen kreativ: das A ist ein Torbogen, ausserdem so unpassend digital, wie es einfach nicht sein dürfte!

Operation Baltikum: digitales Schild

Und so fährt die Aufnahmeleitung wieder in die andere Richtung, voller Hoffnung auf zur nächsten Grenze. Vorbei an Ladenketten, bei denen man nicht sicher ist, ob man sie zum zweiten oder dritten Mal sieht, an Toren, an denen berechtigerweise ein VORSICHT HUND-Schild prangt oder an Läden, die nur Rasenmäher verkaufen. Und man fragt sich, wer hier überhaupt anhält.

Irgendwann kommt dann tatsächlich ein Schild. Es wirkt beinahe, wie eine eben aufgestellte Requisite, weil vorne dran eine Auslauffläche für Kamera und Material ist und so gerade genug ländlich wirkt für eine Grenze. Mit den vorbeifahrenden Lastern und Mercedes im Hintergrund denkt dann aber doch jeder an die Einfahrt in eine Stadt.

Mission erfüllt.

Text: Jessica Hefti

Mehr Informationen zum Projekt sowie weitere News gibt es täglich auf dem Blog von Operation Baltikum.

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