Neu im Regal: O! The Joy – Zen Mode

Sollte man versuchen O! The Joy in eine Schublade zu pressen, würde man kläglich scheitern. Viel zu experimentell und andersartig kommt das Trio aus Kalifornien daher. Und wie sollte man die Buben auch einem Genre zuordnen, wenn der US-Dreier je nach Lust und Laune zwischen Emo, Punk, Indie, Soul und Jazz hin und her schweift, und sich ums Verderben nicht entscheiden kann, wo man denn die eigenen Wurzeln angeben möchte – poppiger, experimenteller Rock würde es vielleicht noch ehesten treffen.
Doch bei O! The Joys “Zen Mode” sind es nicht nur die stilübergreifenden Elemente, sondern auch die Art und Weise, wie die Songs verpackt werden: Nämlich verschachtelt und oftmals ziemlich verkopft. Dynamiken werden gewechselt, das Tempo angezogen und urplötzlich wieder verlangsamt, Rhythmuswechsel sind sowieso an der Tagesordnung und dennoch schaffen es O! The Joy irgendwie hängenzubleiben und sich am Hörer festzukrallen – sei es nun durch den eindringlichen Gesang oder die alles andere als wahrlos gewählten Songkonstrukte, die streckenweise an eine Mischung aus The Mars Volta, Arcade Fire und Sonic Youth erinnern.
Wer durchdachte Rockmusik fernab jeglicher Konventionen bevorzugt, sollte bei O! The Joy sofort zugreifen. All denjenigen, die auf straighten, treibenden Alternative abfahren, sei diese Scheibe herzlich abgeraten. Und für all diejenigen, die sich endlich mal wieder vom typischen 4/4-Takt Gedudel der amerikanischen Rockszene verabschieden möchten, sie nur so viel gesagt: “Zen Mode” ist anders, “Zen Mode” ist individuell, “Zen Mode” ist defintiv fordernd. Wer ist bereit die Herausforderung anzunehmen?
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