Neu auf der Leinwand: “Sunshine Cleaning”
Eine Pressevorführung müsst ihr euch in etwa so vorstellen: Hier werfen die Damen und Herren der Presse nicht unbedingt mit grossen Emotionen um sich, wenn sie sich mittags um 12 auf ein Screening in die gepolsterten Kinosessel niederlassen. Umso erstaunter war ich während der Pressevorführung von “Sunshine Cleaning“, als ich ab und an glucksendes Gelächter vernahm und dann und wann einen leisen Seufzer von Seiten der sonst so ernsten Reihen zu vernehmen glaubte.
Grund für den “Gefühlsausbruch” der Presse ist beim neuen Film von Christine Jeffs (”Rain“, “Sylvia” ) auch allemal gegeben. Sie schafft mit “Sunshine Cleaning” eine feine Indie-Perle, die emotional in die Reihe von “Juno” und “Little Miss Sunshine” einzureihen ist und von ihrem großartigen Ensemble und einem klugen Drehbuch der absoluten Debütantin Megan Holley lebt.
Der Film erzählt von der alleinerziehenden Mutter Rose Lorkowski (Amy Adams), die es mit Anfang dreissig nur zu einem miesen Putzjob gebracht hat. Aus den einst erfolgreichen Cheerleader-Highschool Tagen hat sie sich lediglich ihren Stolz und den ehemaligen Quarterback als Affäre bewahrt, der nicht mal im Traum daran denkt, seine Frau für Rose zu verlassen. Als Roses siebenjähriger Sohn Oscar (Jason Spevack) aufgrund einer Verhaltensauffälligkeit an eine spezialisierte Privatschule geschickt werden soll, muss Rose sich finanziell etwas einfallen lassen. Ihr kauziger Vater (gespielt vom sehr liebenswerten Alan Arkin, bereits bekannt aus “Little Miss Sunshine”) ist ihr dabei trotz seiner ausgefuchsten Geschäftsideen leider keine grosse Hilfe. Rose erfährt jedoch von der lukrativen Möglichkeit, Tatorte zu reinigen und entschliesst sich gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Norah (Emily Blunt), die gerade ihren Aushilfsjob als Kellnerin verloren hat das blutige Business mit dem Namen “Sunshine Cleaning” aufzuziehen.
In der 91-minütigen Tragikomödie glänzen neben der Story (die sich auch einmal traut, nicht jeden Erzählstrang zu Ende zu erzählen) die Darsteller. Besonders überrascht hat mich die Performance von Emily Blunt, die mir davor als zickige erste Assistentin in “Devil Wears Prada” weniger im Gedächtnis geblieben war. Trotz des dunklen Grundtons des Films, besitzt “Sunshine Cleaning” auch durchaus seine heiteren Momente, die besonders in den lebensnahen Dialogen spürbar sind. Ein Muss für alle, die sich gerne ein wenig der Melancholie hingeben, jedoch nicht ohne dabei über schwarzen Humor zu lachen.
“Sunshine Cleaning” ist ab morgen (Donnerstag 9. Juli 2009) in den Schweizer Kinos zu sehen.
Links:
Deutsche Website des Filmes “Sunshine Cleaning”
“Sunshine Cleaning” in der IMDb
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