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Melt! Festival 2009 Review

Am 23.7.09 von rita 4 Kommentare

Melt! so nennt sich seit 1997 eines der mittlerweile interessantesten Rock- und Elektrofestivals Deutschlands. In der Stadt aus Eisen, Ferropolis, einer stillgelegten Braunkohletagebauanlage, wurde 3 Tage lang gerockt und getanzt was das Zeug hielt. Obwohl das Wetter nicht komplett den Wünschen standhielt und das Gelände zeitweise am Freitag Nacht aufgrund von flutartigen Regenfällen und Sturmböen geräumt werden musste, lieferten alle Künstler eine Wahnsinns Performance ab.

Melt! Festival 2009

Freitag

Mein Glück, dass ich einige Künstler persönlich treffen durfte und somit mit erhöhtem Pulsschlag und ansteigender Nervosität am Freitag das erste Mal das Gelände betrat. Bewaffnet mit Gummistiefeln, zog es mich zuerst zu James Yuill, der für mich im Rückblick die Überraschung des Festivals war. Yuills Mischung aus Elektro und Gitarrensound gepaart mit einer Live-Stimme, die unheimlich doll an Dave Gahan erinnert, zog etliche Zuschauer an und das obwohl er schon recht früh spielte.

Nach diesem tollen Einstieg zog es mich weiter zu der nächsten Live Überraschung, nämlich zu den Klaxons, die meine Erwartungen auch komplett übertrafen. Mittlerweile – komplett Festival addicted – ging es weiter zu Röyksopp, Travis und Metronomy bis hin zur ersten Enttäuschung des Abends, den Jungs von The Virgins. Tage zuvor hatten sie noch Konzerte aus “persönlichen” Gründen abgesagt und leider lieferten sie eine sehr schlechte musikalische Performance ab. Stimmlich teilweise völlig daneben, textlich total falsche Passagen (vielleicht neu geschrieben??), erkundigte ich mich verwirrt bei den Jungs von der Technik, ob eventuell das Mikro bei Donald Cumming falsch eingestellt sei und bekam als Antwort nur: “der kann halt einfach nicht singen…”. Soviel dazu. Da ich die Jungs allerdings schon ein anderes Mal live gesehen habe, vermute ich einfach ein paar interne Probleme.

Amazing Baby & Rita

Nach den Jungs, trumpfte dann La Roux auf und entschädigte für alles. Mit einer Riesentolle auf dem Kopf und Zirkusdirektor Outfit, überzeugte sie mich nun endlich auch live. Der Höhepunkt des Freitags war definitiv The Gossip, mit Beth Ditto, die so MEGA rockten, dass ich wünschte, sie hörten nie auf. Nachdem ich mich bei The Gossip völlig ausgepowert hatte, war ich umso erleichterter, nicht in ein Zelt kriechen zu müssen, welches dem Regen wahrscheinlich nicht standhalten würde, sondern glücklicherweise bei meiner Schwester, die in der Nähe wohnt, Unterschlupf bekam. So konnte ich auch ausgeschlafen und regeneriert am Samstag wieder durchstarten.

Samstag

Meine persönlichen Helden vom Samstag waren Amazing Baby und Bloc Party. Die Jungs von Amazing Baby tranken mit mir in entspannter Atmosphäre am Gremminer See erstmal eine Runde Bier und Kele von Bloc Party erzählte mir, sie wollten nach dem Festivalsommer erstmal pausieren. Total geflasht von all den Eindrücken und dem langersehnten Livesound von “Banquet“ mit den anderen 20 000 Festivalbesuchern, die lautstark mitsangen, fehlte nur noch der Auftritt der Jungs von Phoenix, um mich zu überzeugen.

Ich liebe mein Leben! Optisch die grösste Überraschung war definitiv Fever Ray, die Boyz Noize & Erol Alkan, die Jungs von Digitalism und einen schwächelnden Paul Kalkbrenner elektronisch überholte.

Sonntag

Der Sonntag startete dann für mich nach langem Ausschlafen (mein Neffe war um halb sechs wach…) und ich fieberte Oasis und Kasabian entgegen. Die Jungs von Kasabian sind ja alte Festival Hasen, die bekanntlich fast kein Festival auslassen. Gekonnt britisch-rockig-indielastig eben. Oasis hatten vorher im Interview mit Intro erzählt, sie wären besser und grösser als die Rolling Stones, was viele inklusive mir wieder von ihrem Grössenwahn überzeugte. Den Höhepunkt erreichte diese arrogante Einstellung dann bei der Ankunft der Jungs. Alle anderen Künstler bewegten sich relativ frei und ungezwungen auf dem Gelände, aber die Herren wurden in schwarzen Limousinen, Absperrband und einem Riesenaufgebot an Security zur Bühne eskortiert. Dementsprechend höflich wurden sie von Buhrufen und fliegenden Bierbechern begrüsst. Allerdings muss man wohl neidlos anerkennen, dass das Melt! Festival dank ihnen restlos ausverkauft war, denn die Converse Mainstage, auf der sie spielten, war an keinem der Tage besser besucht. In etwas lächerlich aussehenden Hausmeisterkitteln legten sie dann, meiner Meinung nach, eine eher mässige Show hin und verdeutlichten noch mehr ihre “Arschloch-Attitüde”.

Wer danach immer noch nicht genug hatte, konnte sich an allen drei Tagen auf dem Sleepless Floor 24 Stunden lang beschallen lassen, allerdings machten mir die teilweise sehr verstrahlten Persönlichkeiten auf diesem Floor eher Angst als Spass. Im Resümee überwiegt aber in allen Bereichen das Positive: keine Schlägereien, keinen Ärger, sehr freundliche Festival Guides (die allerdings nicht immer Bescheid wussten) und natürlich das überaus überzeugende Line-up.

An dieser Stelle, vielen Dank an das Team von Cooperative Music aus Berlin und dem Team um Dirk Völler vom Intro, dass alles so gut geklappt hat.

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Kommentare (4)

  • oh OUI, james yuill war wirklich gigantisch! haste auch seine mini-acoustic-performance am samstag nachmittag bei converse mitgekriegt? unschlagbar…!

    Kommentar von annette spontanextase — 23.07.2009 @ 13:22
  • wer ist diese wunderschöne Frau called RITA?

    Kommentar von jannis — 23.07.2009 @ 15:45
  • [...] Tagesbericht und ein paar Fotos beim kinkimag [...]

    Pingback von Melt! 2009 – The Dirty Dozen | Festival News — 23.07.2009 @ 17:27
  • [...] werden muss Kele von Bloc Party, der mittlerweile mit seinem Solo Debüt auf Tour ist. Während ich letztes Jahr noch ein Interview mit einem recht schüchternen Mann geführt hatte, fegte jetzt ein [...]

    Pingback von » Review: Melt! 2010 - Blog – kinkimag.com — 20.07.2010 @ 17:20

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