Mein Sexleben und ich – Part II
Teil 2 einer Einsicht, die es leichter machen sollte unsere Pantoffelhelden und Rockstars der Herzen besser zu verstehen.
Wer Part I noch nicht gelesen hat: Mein Sexleben und ich – Part I
Nachdem wir uns von unserem kurzen Schock erholt hatten, entschied sich die eine Hälfte für ihren Pantoffelhelden und die Einsicht, ihn nicht immer so unsexy zu finden. Die andere entschied sich für ein klärendes Gespräch und dafür, ruhig mal ab und an Dreck in der Wohnung zu akzeptieren, wenn es dafür dann hemmungslosen, wilden Sex gibt.
Tja, leider fiel die Entscheidung schlussendlich noch leichter aus – denn wo es nix zu entscheiden gibt, ist schnell eine getroffen. Witzig, wie viel männliche Resonanz auf diese Einsicht an mich herangetragen wurde. Als hätten sie sich jahrelang kleinlaut als Minderheit formiert, irgendwo verstecken müssen. Und nun trat ein Rebell (leider nicht aus ihren Reihen) hervor und tat Neues kund!
Juhu! Gerechtigkeit den Männern! Irgendwie verliert da das starke Geschlecht schon wieder ein bisschen an Männlichkeit, wenn ich dann in meiner Fantasie, kleine Männchen rebellierend “Hurra!” schreien höre. Naja, wenn ich also schon nicht mit dem anderen Geschlecht zusammenkomme, so ernte ich wenigstens ihren Respekt für eine Einsicht, die hoffentlich noch nicht zu spät kam. Denn in den letzten paar Tagen habe ich mich immer wieder gefragt, warum bei mir spätestens nach einem Jahr die erste sexuelle Anziehung zu meinen Freunden immer langsam dahinschwand, und warum das dann meist auch der ausschlaggebene Punkt war, weswegen der Mann als solcher auch an Reiz verlor.
Es zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ein Jahr, maximal eineinhalb, und Schluss ist. Mal ganz zu schweigen davon, dass dann meist ein Vierteljahr davor Sex nur noch sporadisch vollzogen wurde. Und ich aber stets die treibende Kraft war, die dann Schluss machte. Es ist wie am Anfang: so schnell wie die ersten Gefühle Purzelbäume in meinem Bauch schlagen, so schnell wache ich auf und meine Libido regt sich kein bisschen mehr. Es ist ein bisschen wie in Kindertagen. Umgeben von vielem, bunten Spielzeug kristallisiert sich irgendwann das Lieblingsspielzeug heraus. Man spielt damit tagein tagaus und auf einmal wacht man morgens auf, und das geliebte Ding ist eben nur noch ein “Ding..”.
So betrachtet man es die nächsten paar Tage noch mit Argwohn, lässt es aber bei der nächsten Gelegeheit am Spielplatz liegen oder tauscht es mit Freunden gegen ein anderes aus (Diese Option finde ich interessant. Um so älter man wird findet diese Tauschbörse nur noch mit viel Krach und Zoff statt.). Tja, leider kriegt man aber als erwachsene Frau zum Geburtstag kein neues Spielzeug geschenkt oder es gar von der Mutter gekauft (stellt Euch das vor!). Nein, man muss wieder raus ins “Männerkaufhaus” der Unverstandenen, Psychopaten, Mamasöhne und Schönlinge. Nur dass man da jetzt nicht mehr mit Geld bezahlen kann (manchmal vielleicht schon…), sondern -angeblich- mit inneren Werten und einem ansprechenden Äusseren. Ich denke immer noch, es sollte eher anders herum funktionieren, aber wurscht.
Das Wochenende steht vor der Tür, ab auf den Jahrmarkt der Eitelkeiten!
Rita, 26, ist laut Sternkreiszeichen Fisch, also eine Träumerin. Sie liefert kinki wöchentlich einen Auszug ihrer Gedanken über die 2 grossen Themen des Lebens: Liebe & Sex.
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Kommentare (3)
Oh Man(n), dass kenn ich zu genüge… Geht mir genauso, nur die Einsicht hatte ich bis jetzt noch nicht, dafür Danke. Sind sie aber doch selber Schuld wenn sie sich uns so anpassen. HAHAHA
Kommentar von Frau — 19.05.2009 @ 12:10Naja vielleicht überschätzt ihr da eure eigene Rolle im ganzen Spiel und geht das Ganze etwas gar einseitig an. Schliesslich reagieren Männer nicht nur einfach, sind nicht einfach passiv, sondern, ja wer hätte das gedacht, können auch selber Entscheidungen treffen und Initative ergreifen.
Kommentar von william s. blake — 20.05.2009 @ 10:43Ich, ich und nochmals ich. Leider denken viele wie du. Du wirst nie wirklich glücklich werden, aber wer weiß – vielleicht liegt es nur an den Männern, oder an deiner Kindheit.
Kommentar von Vlad Graf Dracula — 26.01.2010 @ 19:45