Mein Sexleben und ich – Part I
Mein Sexleben und ich haben sich heut mal wieder dem Hohn und Spott meiner Freundinnen ausgesetzt. In Biergartenlaune war von Mitleid bis Ansporn alles dabei.
Allerdings habe ich auch mal wieder mehr über uns Frauen erfahren. Es ist irgendwie niedlich, wie viele von uns einen Pantoffelhelden zu Hause haben, sich aber eigentlich einen wilden Cowboy wünschen.
Und wie ähnlich die Probleme doch sind. Da ist dieses typische “Auf-Kleinigkeiten-Herumreiten” und das anscheinend genetisch bedingte “Sachen-Herumliegen-/ Schubladen-Offen-Lassen” was bei Männern meist Mitte des 6. Monats erstmals in Erscheinung tritt. Es wird eine der Kleinigkeiten werden, die die “Herzensdame” dann demnächst entweder dazu veranlasst, sich zu trennen, oder darüber hinwegzusehen und hier in diesem Biergarten über ihren Sofahelden zu mimosern.
Denn eigentlich würden wahrscheinlich 90% aller Frauen gern von einem muskelbepackten, mit Dreck verschmierten Mechaniker überrascht werden, der sie wild auf dem Esstisch nimmt – aber wehe, der eigene Herzbube kommt mit dreckigen Schuhen in die Wohnung. Da wollen wir also eher Brad Pitt’s Alter Ego in Troja flachlegen (oder besser von ihm flachgelegt werden) als von unserem Freund, der es sich grad im Joggingzweiteiler vor dem TV gemütlich macht. Eher nicht.
Nun haben wir aber mal den deutschen “Boyfriend”-Charakter unter die Lupe genommen und versucht herauszufinden, wieso aus all den wilden Flirts, dem heissen Kollegen, dem netten Nachbarn schliesslich doch nur eines wird: ein Pantoffelheld.
In erster Linie ist es wirklich witzig, wie ähnlich sie sich alle sind. Und was wir in unserer sommerlichen Frauen-Selbsthilfegruppe auch noch festgestellt haben: Wir Frauen haben grosse Schuld daran. Denn, nach dem Verfliegen der ersten rosa Wölkchen, soll der werte Herr doch bitte auch gewisse Spielregeln einhalten. Das heisst, nix mehr rumliegen lassen! Des Weiteren werden so langsam die Klamotten den eigenen angepasst und auch das Essverhalten des Mannes wird durch immerwährendes Kochen einfach so umgestellt, dass es mit der eigenen Diät oder den eigenen Wünschen zusammenpasst… (Gott sei Dank, sind sie so genügsam).
Da wird unter Androhung der Todesstrafe das Pieseln im Stehen verboten und mit Rauswurf gedroht, wenn er nochmals so einen Dreck im Hausflur macht. Jetzt kriecht uns also unser Romeo zu Kreuze, aber im Bett soll er bitte der heisse Gigolo sein. So. Also eine kurze Frage in die Runde: Würden wir, wenn George Clooney (Geschmackssache) an der Tür klingelt und uns fragt, ob er mal aufs Klo kann, ihm hinterherbrüllen, er solle sich bitte hinsetzen? Würden wir einem heissen Rockstar bitten, die Jacke ordentlich aufzuhängen? Nein, würden wir nicht.
Also sollten wir uns vielleicht klar werden, was wir wirklich wollen. Haben wir hier das grosse, lange gesuchte Missverständnis zwischen Frau und Mann aufgedeckt? Sind eventuell wir die schizophrenen Partner? Sind wir Schuld an dem Dilemma und dem immer wiederkehrenden Problem von schlechtem Sex in der Beziehung? So ganz will ich es nicht glauben. Auch meine Freundinnen sitzen nun etwas bedröppelt da…

Rita, 26, ist laut Sternkreiszeichen Fisch, also eine Träumerin. Sie liefert kinki wöchentlich einen Auszug ihrer Gedanken über die 2 grossen Themen des Lebens: Liebe & Sex.
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Kommentare (5)
Ha, das kenne ich doch …
wie war wie war …
Kommentar von Anonymous — 09.05.2009 @ 10:33Das zeigt das Frauen einfach nicht wissen was sie wollen… mal so mal so… und Männer einfach das tun, den Weg des geringsten Wiederstandes zu gehen. schöner Text.
Diese Gerechtigkeit, Rita die gerechte. Lasst uns einfach Vögeln…wir mit jedem, jeder mit uns
Kommentar von Ad honorem — 10.05.2009 @ 19:26@ad honrorem: das nenn ich mal ein statement!
Kommentar von squee — 11.05.2009 @ 11:33[...] Wer Part I noch nicht gelesen hat: Mein Sexleben und ich – Part I [...]
Pingback von » Mein Sexleben und ich - Part II - Blog - kinkimag.com — 17.05.2009 @ 17:17befreiend – vor allem für scheidungstraumatisierte mittfünfziger männer. DANKE RITA!!
Kommentar von unddichtetsnichtsoreimtsichsdoch — 14.06.2011 @ 16:35