Interview: Zehn Fragen an Monosurround
Hinter Monosurround stecken die beiden Musiker Erik Schaeffer und Ramtin Asadolahzadeh. Die Jungs haben sich 1999 in Berlin kennengelernt und tüfteln seither als Live-Act- und Komponistenduo erfolgreich an ihrem Sound.
Zur Einstimmung: Einige Impressionen von Monosurrounds Auftritt am Cognac Electro Festival.
Monosurround haben wir übrigens die Erfindung des Musikgenres “Maximalism” zu verdanken. Ihr neuester Clou, das Album “Hello World”, vereint feinste elektronische Klänge mit verschiedensten Instrumenten und Gesang. Bei jedem Hören entdeckt man wieder neue, andere Sounds und Stilkombinationen.
Drei Songs vom neuen Album könnt ihr euch in diesem Blogbeitrag nach dem Interview anhören.
Um euch die Jungs etwas näherzubringen, haben wir sie zum Interview gebeten:
kinki magazine: Wie habt ihr eigentlich angefangen? Wo habt ihr euch kennengelernt?
Ramtin: Wir haben uns Anfang 1999 in einem Club in Berlin Kreuzberg kennen gelernt, in dem ich aufgelegt habe.
Erik: Er spielte ziemlich abgefahrenen 60’s Funk. So etwas hatte ich bis dahin noch nicht gehört – ziemlich sexy der Sound. Er war total schick angezogen – inklusive Krawatte und hat die Leute gerockt wie ein Wahnsinniger. Ein paar Tage später haben wir uns dann getroffen und über Musik und unsere Ideen gesprochen. Wir hatten beide sofort einen Draht zueinander und wussten, dass wir für lange Zeit abgefahrenes Zeug zusammen machen werden.
Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?
Ramtin: Unsere erste Namensidee war eigentlich Nep.tunes (New electronic pop tunes). Wir hatten gerade die FIlmmusik zu einem deutschen Kinofilm fertiggestellt, und der Abspann war bereits im Kasten, da erfuhren wir von den Neptunes aus den USA. Also mussten wir umdenken.
Erik: Wir haben dann 3 Tage lang ein heftiges Brainstorming durchgezogen. Wie aus dem nichts erschien uns plötzlich der Name “Monosurround”. Da mussten wir gar nicht länger nachdenken – der passte wie die Faust aufs Auge. “Mono” für unsere Straight-Forwardness und “Surround” für das Sounduniversum, in dem wir uns musikalisch bewegen.
Was viele nicht wissen, ist, dass ihr auch Filmmusik produziert habt. Was macht mehr Spass
Erik: Beides. Die Herausforderungen und Inspirationen unterscheiden sich. Bei Filmmusik muss man den Film, die Szene und die Handlung berücksichtigen – jedoch kommen einem durch die Bilder häufig viel schneller Ideen. Beim produzieren von Titeln folgen wir nur unserem Gefühl.
Ramtin: Außerdem gibt es bei Filmprojekten immer eine Deadline – das kann schon mal den einen oder anderen Kompromiss bedeuten. An unseren eigenen Titeln arbeiten wir so lange, bis sie uns 100% zufrieden stellen.
Wie kam es, dass Ihr so oft in Frankreich unterwegs wart? Mittlerweile untermalt einer eurer Songs sogar einen Werbespot der französischen Getränkemarke “Perrier”!
Erik: Fred Gien von Citizen Records hat uns eines Tages per Mail kontaktiert. Er war völlig verrückt nach “Borschtchick”, dass wir kurz vorher auf Moonbootique Records veröffentlicht hatten. Wir hatten gerade “Cocked, Locked, Ready to Rock” fertig produziert und suchten ein Label zur Veröffentlichung. Fred entschloss sich dann kurzerhand, beide Titel auf einer EP herauszubringen.
Ramtin: Durch den großen Erfolg der “Cocked, Locked”-EP waren wir natürlich gefragt. Zirka ein Jahr nach dem Release kam es zu der Zusammenarbeit mit Perrier. Ursprünglich wollten sie den Titel eines französischen Künstlers nehmen. Nachdem sie aber den Werbespot mit unserer Musik gesehen hatten, gab es keine Fragen mehr.
Wie entspannt ihr euch vom Nightlife-Stress?
Ramtin: Ganz einfach: Zu Hause entspannen, kochen und wenn das Wetter gut ist draußen spazieren oder Sport machen.
Erik: Bis auf das Kochen und den Sport eigentlich genauso. Hier und da ist noch ein Aspirin mit dabei.
Was ist der Beste Nebeneffekt, den eure Karriere mit sich bringt?
Erik: Hauptsächlich, dass wir das machen können, was wir immer schon wollten. Die Möglichkeit, Musik als Beruf machen zu dürfen, ist echt ein Geschenk. In gewisser Hinsicht leben wir unseren Traum.
Ramtin: Wir sehen viele verschiedene Orte, lernen immer wieder neue Leute kennen und sind unabhängig. Dafür sind wir wirklich dankbar.

Artwork zu “Hello World” von Höllein und Marx.
Gibt es noch ein Leben neben Monosurround?
Ramtin: Natürlich. Freunde und Familie zum Beispiel. Ohne ein funktionierendes Privatleben könnten wir gar nicht kreativ sein. Die meisten Ideen für neue Projekte haben wir, wenn wir mit Freunden zusammen sitzen. Das Künstlerduo Höllein und Marx zum Beispiel, die das gesamte Artwork zu “Hello World” erschaffen haben, sind sehr gute Freunde von uns. Viele der Menschen, mit denen wir arbeiten, sind auch privat unsere Freunde.
Euer aktuelles Album versteht sich als Gesamtkunstwerk, was meint ihr damit?
Erik: Wir sind Künstler und wollten ein großes Album machen. Wir wollen unsere Kunst nicht in irgendeine musikalische Schublade stecken. Das Album war von Anfang an als Konzeptalbum gedacht. Die Entstehung von “Hello World” dauerte 7 Jahre. Das Ergebnis ist ein Album, das für jeden Menschen auf der Welt geeignet ist, egal wie alt man ist, oder welcher musikalischen Szene jemand angehört.
Ramtin: Wir lieben beide die bildhafte Sprache von Musik – gerade auch jene der klassischen Musik. Einige der Albumtitel sind auf sehr klassische und symphonische Weise entstanden.
Wir spielen mit verschiedensten Stilen, erschaffen unsere eigenen Sounds und verlieren uns gerne im Detail. Die Leute sollen etwas zum entdecken haben, in dem sie sich verlieren können.
Erik: “Hello World” ist eine Reise. Musikalisch und optisch. Das Artwork haben unsere Freunde Jesko und Steffen (Hoellein/Marx) erschaffen. Sie haben 5 Monate lang geheimnistuerisch daran gearbeitet, Fotosessions organisiert etc. Sie haben uns nichts verraten. Und plötzlich überraschten sie uns mit einem kompletten “Hello World” Abenteuer inklusiver durchgeknallter Ideen, wie zum Beispiel der “OSO” – die Outer Space Organ…
Ramtin: …das ist die Weltraumorgel. Mit ihr reisen wir durch unbekannte Welten. Für jeden Titel haben sie ein eigenes Kunstwerk erschaffen. Jedes erzählt eine Geschichte. Ideal um sich zusammen mit der Musik darin zu verlieren.
Die Jungs von Moonbootique haben euch damals unter Vertrag genommen, mittlerweile seid ihr für viele Newcomer selbst Vorbilder. Wie fühlt sich das an?
Erik: Wir fühlen uns natürlich geehrt, wenn uns Newcomer als Vorbilder sehen. Wir bleiben uns immer treu und machen zu 100 Prozent das, was wir wollen. Wenn uns Leute diesbezüglich nacheifern, kann das nur gut sein – vor allem für den Musikmarkt.
Wo wollt ihr hin? Pläne?
Erik: Wir wollen das Thema “Hello World” noch viel weiter ausbauen. “Hello World” ist nicht nur der Name des Albums. Es ist der Name einer Geschichte, einer Reise die gerade erst angefangen hat. Momentan arbeiten wir an der “Hello World” Liveshow, die wir zum Herbst fertig haben wollen und am “Hello World” Hörbuch. Der Berliner Autor Sebastian Julius Boes – aka Joe Carrera ist gerade dabei die “Hello World” Geschichte niederzuschreiben. Aber mehr dazu gibt es sehr bald.
Ramtin: Ausserdem wollen wir die beste Elektronik-Liveband der Welt werden.
Erik: “Hello World!”

Artwork zu “Hello World” von Höllein und Marx.
Monosurround – “Hello World”
Monosurround – “Gloryland”
Monosurround – “All Night Long”
Links:
Website von Monosurround
MySpace-Profil von Monosurround
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Kommentare (3)
All Nigt Long wir mein neuer Sex Song!
Kommentar von sue — 12.03.2009 @ 15:21Nice guys!
Kommentar von pat — 12.03.2009 @ 16:24[...] Video: Monosurround Live am Cognac Electro Festival Zum Weiterlesen: Interview mit Monosurround und Songs zum Anhören [...]
Pingback von » kinki-Charts: diese Woche mit The Do, Franz Ferdinand und Monosurround - Blog - kinkimag.com — 13.03.2009 @ 10:54