Henry & Paul – Nr. 16
Die mit den Apotheken. Und der Stille darin. Und einem Päckchen Viagra.

Foto Credit: Philippe
Sir?
Sprich, Henry.
Sir, wie kann ich Ihnen behilflich sein?
Geh bitte in die Apotheke für mich, Henry.
Gerne Sir, brauchen Sie dasselbe wie immer?
Ja, Henry. Ich würde ja selber gehen, aber…
Sir?
Du kennst doch die Situationen da drin.
Sir, ich… kann nicht ganz folgen.
Es ist eine wahre Folter! Eine Prüfung, schlimmer als früher in der Schule an die Tafel gehen zu müssen.
Sir, ich will nicht begriffsstutzig erscheinen…
Henry, da geht man mit wackrem Gang zur Apotheke, öffnet die Türe, es bimmelt, und alles dreht sich um. Die alte Oma, die ihre Hustensäftchen will, die junge Mutter mit ihrem Kinderwagen und hinter dem Tresen die Göttinnen in Weiss.
Angeglotzt wird man immer, Sir.
Henry! Dann folgt ja erst die Schmach, die glühende Pein: Du wirst gefragt, was es denn sein dürfe. Und da stehst du, ruhig ist’s, alles schweigt schlagartig und du murmelst halblaut: Einmal Hämorrhoiden-Salbe, bittschön.
Da muss man durch, Sir.
Ha! Oder wenn’s ein Wehwehchen am Bein ist, ja, dann darfst du dir noch Tipps von der widerwärtigen Oma anhören. “Jaja, tut weh, nicht wahr. Tun Sie mal ein bisschen Hundekacke drauf. Wirklich!”
So schlimm wird es nicht sein, Sir.
Dochdoch. Die Göttinnen in Weiss, ja die, die hören das den ganzen Tag. Und scheuen sich nicht auch noch davor, nachzufragen, wie es denn genau ausschaue. Ob denn der eitrige Ausfluss eher braun sei, dickflüssig, oder ob denn sogar Brocken…
Bitte, Sir.
Jaja. Aber geh du nur, dir scheint diese Folter ja nichts auszumachen.
Sir, nein, ich werde immer von der hübschesten Apothekerin der Stadt bedient.
Noch schlimmer!
Nein, Sir, denn wenn ich ihnen Viagra hole, flüstere ich ihr immer zu: Ist nicht für mich, ich brauch das noch nicht.
Hol’ dich der Teufel, Henry!
Wenn du alle Gespräche der beiden nachlesen willst: Henry & Paul – Nr.##
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Kommentare (1)
PFUIIIII……
Kommentar von Die mit den Haaren — 10.12.2009 @ 10:40