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Henry & Paul – Nr. 14

Am 20.11.09 von roman 2 Kommentare

Die mit dem Wettermann. Und besoffenen Besuchern. Und hässlichen Dingern.

Henry & Paul Nr. 13
Foto Credit: Philippe

Sir?
Sprich, Henry.

Sir, es ist ein etwas dieseliger Tag. Möchten Sie in ein Museum gehen?Henry, untersteh dich, derartige Wörter zu benutzen.


Museum, Sir?

Nein, dieselig! Hast wohl das Wetter im Fernsehen geschaut, nicht wahr? Aber was der Wettermann palavert, das versteht kein Mensch, aber alle Welt denkt: Schön, der Wettermann macht ein freundliches Gesicht, es wird wohl nicht regnen.

Sir…
Na schön, Henry. Ins Museum. Und was soll ich dort? Frauen kennenlernen?

Ich weiss nicht, Sir. Ist das Museum der richtige Ort, um Bekanntschaften zu knüpfen?
Nur, wenn man nicht dem kriecherischen Gesetz der Museen folgt.

Ich verstehe nicht, Sir.
Jeder Dummbatz, der in ein Museum hineinspaziert, folgt diesem ungeschriebenen Gesetz. Und man geht ja nur ins Museum, weil man sich zeigen will, zu wenig unter Menschen ist, oder weil die dicke Oltmanns von nebenan letztens ins Theater ist. Und schliesslich kann man das auch, Kultur und so.

Sir, ich sehe das Gesetz immer noch nicht.
Nun gut, Henry. Unser Dummbatz stolpert also ins Museum. Sofort dämpft er seine Stimme, er wird seine Hände hinter dem Rücken verschränken und er wird nicht mehr gehen, nein, er wird schreiten. Er wird weder laut lachen, noch wird er zu seinem nebenan sagen, guckense mal, was für hässlicher Schund. Nein, er wird vor einem Bild stehenbleiben, den Kopf etwas schräg legen und denken: Hui. Aber er sieht gescheit dabei aus, jaja! Und beim Weggehen nickt er der Betrachterin neben ihm zu, vielleicht murmelt er gar “faszinierend”.

Und das ist ein Gesetz, Sir?
Ja, Henry.

Und diese Betrachterin neben ihm, kann er die nicht kennenlernen?
Von wegen, Henry, das hässliche Ding! Hast du schon mal hübsche Dinger im Museum gesehen?

Sir, Frauen sind keine Dinger.
Klappe, Henry. Und überhaupt, diese knarrenden Dielen, die machen unseren Dummbatz ganz nervös. Museen knarren immer, Henry. Und er sagt zu der Betrachterin: Ach, wenn wir uns doch betrinken könnten – dann würden wir Kunst endlich verstehen! Aber sie wird empört den Kopf schütteln, Tss machen, und davonrauschen.

Sir… vielleicht sollte man nicht über Schnaps, sondern über Kunst sprechen.
Na wunderbar, Henry. “Pardon, gefällt Ihnen das Bild? Ja? Mir nicht.” Gespräch fertig. Alles andere ist elitäre Masturbation.

Sir… ich hege den Verdacht, dass sie aus Erfahrung sprechen.
Henry, schalt die Kiste ein, gleich kommt das Wetter.

Gerne, Sir.

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Kommentare (2)

  • der text ist grosses museum

    Kommentar von nils — 20.11.2009 @ 14:16
  • elitäre masturbation..^^

    Kommentar von hele — 26.11.2010 @ 19:15

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