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Henry & Paul – Nr. 4

Am 30.8.09 von roman 4 Kommentare

Die mit den Babys. Und langen Zungen. Und mit Briefumschlägen.

Henry and Paul Nr. 4

Foto Credit: Philippe

◊ Sir?

♦ Sprich, Henry.

◊ Schauen Sie, Luiza hat Baby-Fotos geschickt. Süss, nicht wahr?

♦ Nein, Henry, aus meinen Augen mit diesen Bälgern.

◊ Aber… Sir?

♦ Henry, es sind kleine, stinkende Fleischklumpen, die nichts anderes tun, als essen, schlafen und stinken. Nein, Henry, Babys sind nicht süss. Katzenbabys, meinetwegen, die geben sich gegenseitig mit ihren Tätzchen auf die Nase und besitzen die aussergewöhnliche Fertigkeit, sich mit ihren kleinen Zungen ihr Hinterteil sauber zu lecken. Dies würde bei Menschenbabys tatsächlich etwas merkwürdig anmuten.

◊ Sir, das ist widerlich.

♦ Nein, es wäre erstaunlich. Später wird uns die Evolution oder die Gentechnik dies ermöglichen. Stell dir die Mutter vor, da kommt sie ins Zimmer, will Sohnemann frisch wickeln und der hat alles schon selbst erledigt. Wie erstaunt sie wäre! Sofort würde der Herr Papa gerufen und zusammen stolz auf den kleinen Schreihals geglotzt und der Vater würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen: “Herrjeh”.

◊ Ist das Ihr Ernst, Sir?

♦ Natürlich, Henry, das würde er sagen. Und hätten Babys so lange Zungen, könnten wir sie gleichzeitig dazu bringen, uns die Gummierung der Briefumschläge abzulecken, ist es doch widerlich, diesen pelzig leimigen Geschmack den Mund versauern zu lassen. Und nie ist das rettende Glas Wasser zur Hand. Und mit ihren langen Zungen können sie nachher die Mundhöhle ohne Mühsal wieder befeuchten.

◊ Sir, wie kommen Sie darauf, dass diese… langzüngigen Babys dies als angenehm empfinden würden?

♦ Henry, das erledigt die Evolution für uns. Geschmacksnerven waren gestern. Sie werden Zwerge mit Superkräften sein. Diese Babys werden auch diese Raspelzungen haben, bei denen alle Welt vergnügt kichert, wenn der Finger damit abgeleckt wird. Und Schwimmhäute. Zwischen den Fingern.

◊ Sir, mir fehlt der Sinn für derartige Phantasien.

♦ Henry, es wäre bloss wünschenswert. Denn sind sie einfach Menschchen, so wie jetzt, plärrend und schreiend, bei der Mutter im Kinderwagen faulenzend und sich mit divenhafter Gleichgültigkeit herumkutschieren lassend…

◊ … Sir, es sind Babys. Ba-bys.

♦ Jaja, als wäre das eine Entschuldigung. Und wenn sie älter werden, sind sie ja nicht viel besser! Liegen faul zu Hause rum, hören widerliche Musik und fangen an, mit ihresgleichen zu kuscheln. Und dann werden sie 16, räumen die ganzen leergesoffenen Flaschen in den Müll und sagen zu Papa: “So, ich geh jetzt, ich muss weg”. Und kein Wort des Dankes, kein Dankeschön fürs Windelwechseln, fürs Briefumschläge ablecken, nein, das wird vom Tisch gewischt. Und eines Tages kommen sie an, selber ein Balg auf dem Arm und wissen nicht wohin damit.

◊ Sir, bedauern Sie, dass Sie nie Kinder hatten?

♦ Henry, was kosten solche Kätzchen?

◊ Ich werde mich erkundigen, Sir.

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Kommentare (4)

  • GENIAL! hab den ganzen artikel über lachen müssen. weiter so!!

    Kommentar von miriam — 30.08.2009 @ 09:40
  • Nice.

    Kommentar von squee — 30.08.2009 @ 10:06
  • me likey!!!gefällt mir bis jetzt am besten!

    Kommentar von Fabienne — 31.08.2009 @ 09:35
  • crazy stuff. wann kommt das buch?

    Kommentar von matty f. gordon — 31.08.2009 @ 21:16

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