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Henry & Paul – Nr. 20

Am 12.1.10 von roman 1 Kommentar

Die mit den schlechten Partys. Und mühseligen Gesprächen. Und der überaus scharfen Sophie (trotz 3 Kindern).

Henry & Paul Nr.20
Foto Credit: Philippe

Sir?
Sprich, Henry.

Sir, der Anzug steht Ihnen sehr gut.

Vielen Dank, Henry.

Gehen Sie heute aus, Sir? Ich lasse den Wagen vorfahren.
Danke Henry, ich werde abgeholt. Heute lasse ich mich herunter, ein Ehemaligen-Treffen zu besuchen.

Aber Sir, das ist doch etwas schönes.
Wieso sollte es das sein, Henry?

Nun Sir, man schwelgt in Erinnerungen, man lacht zusammen, man staunt über die Veränderungen…
Eben nicht, Henry. Man unternimmt krampfhaft den Versuch, nicht in die alten Muster zu fallen, nicht schon wieder mit den gleichen Leuten wie damals zu verkehren. Nein, man macht den halbherzigen Versuch, sich auch mal für diejenigen zu interessieren, die man früher links liegen gelassen hat.

Und was ist daran falsch, Sir?

Weil es nicht klappt, Henry, darum. Nach ein paar Sätzen stellt man fest: Die dicke Berta merkt immer noch nicht, dass sie nur von sich redet, der dünne Fred kriegt das Maul immer noch nicht auseinander und die scharfe Sophie ist mittlerweile dreimal verheiratet, geschieden, hat Kinder, ist verlobt und gibt Yoga-Kurse. Oder Aqua-Jogging. Oh, diese Hierarchien! Unsere Körper verfallen, aber unser Geist bleibt unfertig.

Sir, aber zu hören, was die anderen in der vergangenen Zeit getan haben – das ist doch interessant.

Du bist ein hoffnungsloser Optimist, Henry. Irgendwann, wenn zwei Stunden vergangen sind, sich der leichte Alkoholnebel lichtet, weil man nur an schalem Bier nippt, sieht man sich um und wünscht sich ans Ende der Welt.

Dann muss ich Sie aber fragen, warum Sie hingehen, Sir?
Ganz einfach, Henry. Um festzustellen, dass es mir weit entfernt von diesen Kretins immer noch am Besten geht. Und weil sonst einige anrufen und fragen, warum ich nicht gekommen sei. Und weil ich sonst das Thema an diesem Abend bin. So ist es doch immer: Man redet über Abwesende. Aber nie über sich.

Sir, ich dachte, es ist Ihnen egal, was diese Kret… Menschen von Ihnen denken.

Na gut, du hast mich erwischt. Ich will sehen, ob die scharfe Sophie noch für ein Schäferstündchen zu haben ist. Und mich ansonsten gepflegt besaufen.

So einfach, Sir?

So einfach, Henry.

Wenn du alle Gespräche der beiden nachlesen willst: Henry & Paul – Nr.##

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Kommentare (1)

  • Das haben sie schön geschrieben, Henry.

    Kommentar von Paul — 13.01.2010 @ 14:21

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