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Dänischer Regen und Erdnussbutter

Am 2.10.09 von paula 2 Kommentare

Geert van der Velde, der einst in der Hardcoreband Shai Hulud schrie – man sehe sich bitte diese Myspace-Seite an! –  singt jetzt mit seiner Indie-Pop-Rock Band The Black Atlantic lieblich zart zu Gitarren- und Ukulelentönen. Hier erzählt er von Erdnussbutter und Trollmasken.

The Black Atlantic

Unter dem Punkt “Einflüsse” auf der MySpace-Seite von The Black Atlantic findet man unter anderem:  “Neil Young, Arvo Pärt, Haruki Murakami, Friedrich Nietzsche, Jules Verne, Charles A. Lindbergh, the Adirondack Mountains, Dutch rain, long walks, bicycle rides, Sunday breakfast, coffee, whiskey, peanut butter toast…” Das sagt schon einiges aus. Ja, die Beach Boys und auch den dänischen Regen und die langen Spaziergänge hört man deutlich in den Liedern. Und auch nach Coldplay klingen sie. “Sie”, das sind “The Black Atlantic“. Und das sind Geert van der Velde, Kim Janssen, Megan Hoffman und Stef Thoen. Alle kommen sie aus Holland, Groningen und haben nach zwei Jahren internationaler Tour ihr erstes Album fertig, das man sich auf der Website von The Black Atlantic kostenlos herunterladen kann.

Begonnen hat alles mit der Auszeit von Geerts Philosophiestudiums. Erholung vom Nachdenken durch Nachdenken? Klingt zwar komisch aber klingt auch wunderbar: Die melodischen Sounds sind von Melancholie und Selbstbeobachtung geprägt und werden mit haufenweise unelektronischen Instrumenten begleitet. Eigentlich singt Geert nur und spielt Gitarre. Für das Album lernte er Klavier. Und spielt dazu jetzt noch Ukulele, Banjo und Glockenspiel. Diese Instrumente sprechen für sich: Jedes Lied des Albums klingt traurig, zärtlich und nachdenklich. Hier erklärt Geert, wieso sie gerade keine Lust haben mal richtig zu rocken und dennoch sehr lustig sein können.

Geert ist der singende Ukulenenspieler auf der Wurzel. Schick, oder?

Geert ist der singende Ukulenenspieler auf der Wurzel. Schick, oder?

kinki magazine: Die meisten eurer Songs klingen melancholisch und traurig. Seid ihr immer unglücklich? Habt ihr nicht auch mal Lust zu feiern?

Geert van der Velde: Nun, der Titel unseres Albums “Reverence for Fallen Trees” ist eigentlich eine Metapher für “Honour the dead”, das bezieht sich vor allem auf drei meiner Grosseltern, die im letzten Jahr verstorben sind. Ja, ich schätze, die Struktur, aus der wir unser Album geschaffen haben, ist nicht die fröhlichste Materie. Aber ich habe versucht hoffnungsvoll zu bleiben. Den Song “I Shall Cross This River” haben wir bewusst ans Ende des Albums gesetzt, um dem ganzen eine hoffnungsvolle Note zu verleihen. Vielleicht können wir diese Erinnerungen auf dem nächsten Album hinter uns lassen und eine paar richtige Partylieder herausbringen. Etwas wozu man strippen kann.  Ich hab schon probiert solche Songs zu schrieben, so wie der Song von N*E*R*D über lap dancing. Aber auf der Ukulele klingt das alles irgendwie seltsam.

Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Musik?

Glaube es oder nicht, aber Erdnussbutter spielt in meinem Leben eine grosse Rolle. Ich liebe das Zeug. Ich kann mir mein Leben ohne Erdnussbutter nicht vorstellen. Ok, und dann hör ich auch viel Musik, die nicht von mir selbst stammt.

Dein erster Song  war ein Valentins-Song für deine damalige Freundin, die jetzt deine Frau ist. Bist du hoffnungslos romantisch?

Ja, ich mache die Dinge gerne kinki. Letzte Nacht habe ich versucht meine Frau (sie ist auch Bandmitglied) zu verführen, indem ich eine Trollmaske aufgezogen, und mir meine Hosen bis zu den Knien heruntergelassen habe – vor allen anderen Leuten!


Wieso macht ihr mit echten Instrumenten Musik und nicht mit elektronischen Geräten?

Wir sind ein Haufen armer Punks. Wir können dieses schicke elektronische Zeug nicht bezahlen. Wir haben Hunde zu füttern und Toilettenpapier zu kaufen, wenn es heruntergesetzt ist. Jetzt, wo man unser neues Album kostenlos im world wide web herunterladen kann, verdienen wir gar nichts mehr. Ich wünschte, ein Computer könnte all unsere Arbeit für uns tun, aber so sind wir an unsere Instrumente gefesselt.

Was war das seltsamste Erlebnis auf eurer Tour bis jetzt?

Definitiv das mit der Trollmaske letzte Nacht.

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Wer Geert vand der Velde gerne mal mit Trollmaske sehen würde: Bei einem Konzert von The Black Atlantic erhöht sich die Chance gewaltig. Bis Ende November touren sie noch als Vorband von Windmill durch Europa.
Ein Interview und Musik von Windmill findet ihr übrigens hier.

Tourdaten:
02.10
Nato, Leipzig
03.10
Magnet Club, Berlin
04.10
Kulturkeller, Fulda
05.10 Chelsea, Wien
06.10 PPC, Graz
06.10 PMK Bögen, Innsbruck
08.10 Mariaberg, Rorschach
09.10
Kulturwerk 118, Sursee
10.10
Swamp, Freiburg

Weitere Tourdaten und Infos gibt es auf der MySpace-Seite von The Black Atlantic.

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Kommentare (2)

  • wow! hat mich überzeugt!

    Kommentar von matty f. gordon — 02.10.2009 @ 21:22
  • starrrk!

    Kommentar von Hirschmaul — 03.10.2009 @ 11:25

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