Shamble Baby findet: Generationenboys wollen Tangas

Ihr kennt sie bestimmt alle – diese kleinen möchte-gern-coolen Jungs in ihren viel zu grossen Baggy-Hosen, ebensolchen Shirts, teilweise gerne auch mit Baseballcap und -jacke. Durchschnittliches Alter: vierzehn bis fünfzehn Jahre. Wenn sie nicht gerade mit ihren Handys Musik durch die Gegend posaunen, dann gangstern sie an Bushaltestellen rum und tun so, als ob sie rauchen würden.
Auch das Internet wird von diesen Heranwachsenden – von einem meiner Freunde liebevoll “Generationenboys und –girls” genannt – regelrecht überflutet. Leicht zu erkennen an den entsprechenden Profilen auf diversen Plattformen, wo sie sich mit ausgefallenen Nicknames wie “tUrKiisH~lOvEr~94″ schmücken, einen ganz eigenen Schreibkult pflegen (”shAtziiiijj, lof juu, gÖmMer qo sHaAaakeeE néXXxT wééKéndd?!??”) und die Galerie gerne mit Fotos füllen, die zuvor stundenlang mit diversen Bearbeitungsprogrammen gepimpt worden sind (besonders beliebt: Sternchen und Schriftzüge, entsprechende Orthographie siehe oben).
Zwei dieser Exemplare sassen letzthin im Busabteil vor mir. Dank der unüberhörbaren Lautstärke der beiden, wurde ich mehr oder weniger unfreiwillig Zeugin des folgenden Gesprächs:
Generationenboy 1: “Eeey mann ey waisch ich ha dänkt die isch so zwölfi oder so maann aber denn het Serkan gsäit die isch scho siebzäh, mann. Ich ha dänkt ich spinne mann!”
Generationenboy 2: “Eeeeeeh ned mann, wotschmi verarsche oder was mann? Die isch niiiiemols scho siebzähni mann lueg doch dere ihr (jaja, nicht etwas das korrekte “ihres”) Gsicht ah mann wie Baby (und auch hier ja für den fehlenden Artikel vor “Baby”)!”
Generationenboy 1: “Abr waaisch mann s krassischte waisch gar nonig, ich säge dir jetzt öpis mann, los guet zue (an dieser Stelle war ich sehr gespannt, welche weltbewegende Weisheit wohl gleich durch den ganzen Bus geschrien wird) mann, die het UNDERHOSE ah mann! UNDERHOSE!! Waisch nid Tanga odr so! Ich ha gmaint so ab 16 händ alli Fraue Tangas ah mann! So painlich mann!!! (skeptisches Stirnrunzeln meinerseits) das isch sooo painlich mann, nid emol mini Grossmueter benutzt no die (original Satzstellung), so gruusig mann wäh.”
Ich musste ein Lachen unterdrücken und dachte an meine doch sehr, ähm, unausgewogene Wäscheschublade und daran, dass ich in den Augen dieses Halbwüchsigen an den meisten Tagen unterwäschetechnisch “voooll painlich” bin. Wie schade!
Shamble Baby kommt aus Basel und schreibt für kinki über Sinniges und Unsinniges aus der Musik- und Modewelt.
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Kommentare (5)
Trotz meiner 10 Jahren über dem Alter deiner Genboys, bin ich der Meinung, dass Grossflächige Unterhosen bei Frauen als SUVA-Hosen bezeichnet werden könnten. Vorallem, wenn ich die Umrisse der SUVA-Hose durch die zu enge Hose der Trägerin erkennen kann.
Kommentar von mat — 24.02.2009 @ 17:23Die Verbindung zur Bronx hab ich nun nicht wirklich verstanden? Breite Hosen = Hip-Hop = Bronx?
Kommentar von Squee — 26.02.2009 @ 19:29Und wieso Generationenboys?
bronx weil ich mir in meinem kantonteil oft wie in einem abgefuckten möchtegernvorort einer möchtegerngrossstadt vorkomme. generationenboys ist, wie schon gesagt, ein übername, der ein freund von mir erfunden hat und der, wie ich finde, recht gut passt. dieser “slang” ist doch sehr ..generationsabhängig.
Kommentar von shamblebaby — 26.02.2009 @ 19:54hmmm… ok
Kommentar von Squee — 26.02.2009 @ 20:40[...] schreibt: Je älter ich werde, desto mehr denke ich an Sex Shamble Baby schreibt: Generationenboys wollen Tangas R & C schreiben: Eitelkeit ist [...]
Pingback von » kinki-Rückblick: Zerbrochene Träume, Empire Of The Sun, Herakut - Blog – kinkimag.com — 04.10.2009 @ 17:24