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Zu Besuch bei Yeahh Productions

Am 17.3.2009 2 Kommentare
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Sie könnten wohl kaum verschiedener sein: Martin Luchsinger und Darryl Hefti erscheinen einem manchmal wie ein ungleiches Bruderpaar. 

 

Foto: Martin Luchsinger und Daryl Hefti

 

Bei Luchi, der kaum länger als ein paar Minuten still sitzen kann, scheint es, als platze ihm vor Ideen gleich der Kopf. Diese teilt er auch gerne mit seiner Umwelt und zieht die Menschen um ihn herum durch seine quirlige Art und die völlige Hingabe für sein Metier in seinen Bann. 

 

Darryl hingegen scheint eher der ruhende Pol bei Yeahh Productions zu sein. Stets in Gedanken versunken und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht geht der Zürcher eher sparsam mit Worten um. Vielleicht ist es gerade diese Verschiedenheit der Charaktere, welche ihren Musik- und Snowboardvideos das gewisse Etwas verleiht, denn was ihre Vorstellungen betrifft, scheinen sich die beiden ziemlich einig zu sein. 

 

Foto: Yeahh Love-ShirtMit ihrem dritten Film "Yeahh Love" gelang ihnen vergangenen Winter ein eindrücklicher Snowboardmovie, der nicht nur durch das hohe Niveau der Rider, sondern vor allem auch durch die aufwändige und einzigartige Machart überzeugte. 

 

Auch in ihren Musikclips für Schweizer Acts wie Snitch oder Tinguely de Chnächt widerspiegelt sich der Ideenreichtum des Produzentenduos. Für die Zukunft sind weitere spannende Projekte, unter anderem ein Dokumentarfilm, geplant. Wir haben uns mit Martin und Darryl über ihr künstlerisches Schaffen unterhalten. 

 

kinki magazine: Betrachtet ihr euch selbst als Künstler?

M: Daryl, sag mal, sind wir Künstler? Weißt Du wir haben jetzt da ein Interview und wir müssen uns so künstlich wie möglich präsentieren...

 

D: Genau! Ich würde mich zwar viel lieber natürlich präsentieren und über künstliche Dinge reden. Hehe. Jedes Mal wenn ich die Bezeichnung Künstler höre, denke ich immer gerade an Kunstmaler und Musiker. Darum schwierig, jemanden der Filme macht als einen Künstler anzuschauen. Wenn ich an vergangene Situationen denke bei denen ich gefragt wurde "Was sind sie von Beruf?", dann weiss ich, dass ich nicht "Künstler" bin. 

Jedoch erschaffen und kreieren wir visuelle Kunst und verfassen Ideen für ein bewegtes Bild. Somit... na ja. Wie auch immer.

 

M: Irgendwie eine lustige Frage, da bei mir das Bild eines Künstlers nicht unbedingt ein gutes Gefühl auslöst; geht zurück in den Kindergarten, wo ich Farbstifte echt nicht mochte, ich wollte lieber "go tschuuten" Wenn ich aber die Farbstifte mit der Möglichkeit einer Kamera, Ideen im Kopf, die Lust etwas in die Realität umzusetzen und einem Schnittpult austausche, löst dies bei mir ein Gefühl von beinahe unbegrenzter Möglichkeiten aus.

 

Foto: Introshoot für "Public Yeahh"

 

Jeder Künstler braucht seine Inspirationsquelle - wo, wer oder was ist das bei euch? 

M: Warst Du noch nie an der Yeahh-Quelle? Hmm, ja wir haben noch kein eigenes Mineralwasser, aber ab und zu sprudelt dort etwas heraus. Manchmal wartet man auch darauf. Meistens sind es banale Dinge, die einen inspirieren und einem so kurios erscheinen, dass man auf der Stelle loslachen muss oder irgendeine abgewandelte Idee daraus entsteht. Meistens passiert es, wenn man gerade irgend etwas Anderes tut, manchmal auch vor dem Einschlafen. 

 

D: Die beste Inspiration für mich ist das möglichst weit entfernte Überdenken von bereits Bestehendem. Und natürlich der eigene Geist. Die Ironie. Die Welt und die Lebenserfahrung.

 

Mit "Yeahh Love" habt ihr wieder einmal bewiesen, dass eure Movies in jedes Regal gehören. Was habt ihr als nächsten Streich ausgeheckt? 

M: Wir sind momentan an verschieden Projekten dran, die im Herbst 09 rauskommen werden. Mehr kann ich leider noch nicht verraten. Aber es wird fun und challenging!

 

Erzählt doch mal mit welchen Künstler ihr bis anhin für eure Movies so zusammengearbeitet habt 

M: Erst einmal mit allen Riders..., mit Jessie Fischer, Videokünstlerin aus Zürich, die die ersten beiden Filme, "Public Yeahh" und "Purple Yeahh" geschnitten hat, mit Christian Neuenschwander, Graphic Artist, der seit Beginn Yeahh Productions grafisch seine Handschrift verleiht, mit Konie aus Stockholm, der bei "Purple Yeahh" hauptsächlich den Sound produzierte,  und mit Michael Staron a.k.a. Sterneis, der von seinem neuen Album "Mosaic" einige Sounds beisteuerte, den diesjährigen Intro-Track schrieb, produzierte und die zwei Segmente "Moving Waride" und "Iker Boardthrow" komponierte. Alex Postelnicu gilt es auch zu erwähnen, der für diese kuriosen Shots, wie Morgan’s Kickflip verantwortlich ist und die Riders in der Airtime "zum Reden brachte", oder sie "vom Board radierte". 

 

Foto: Yeahh Productions in ActionWie setzt sich sonst eigentlich euer Team zusammen? Wieviele Helfer stehen hinter einem Projekt? 

D: Während der Hauptdrehzeit im Winter sind wir jeweils vier oder fünf Kameramänner die nach freiem Ermessen in der Weltgeschichte herumreisen. Einer davon ist Paul Watt, und lebt in Whistler Canada, wo er das Backcountry wie seine eigene Hosentasche kennt.

Danach arbeiten wir sehr eng mit unserem Grafiker und langjährigen Freund Christian Neunschwander zusammen. Big up Chrigi!

 

Was genau macht ihr eigentlich, wenn ihr die Arbeit an einem Film beendet habt? Und wieviele dürfen wir in Zukunft noch von euch erwarten? 

M: Viel Schlafen! Irgendwie muss ich die 3 Monate Editing-Nachtschichten wieder aufholen. Ha ha ha! Unser Ziel ist es, 2019 Coca-Cola zu kaufen!

 

D: Und die UBS zu übernehmen, falls diese im Jahr 2019 noch lebt.

 

Text: Philippe Diener und Leandro Roder

 

Auf der Website von kink magazine findet ihr den von Martin und Luchi produzierten kinki-Spot sowie zwei Clips für die Punkrock-Band Snitch: Musikvideo zum Song "I Was Born" und Musikvideo zum Song "Slumberville"

 

Weitere Infos gibt es auf der Website von Yeahh Productions.

 

Tags: yeahh productions, magazin nr 12, Interview, Film

Kommentare (2)

  • yeahh

    von yves am 26.3.2009 00:30

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