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Jungdesigner Fashionshow – Young at Art

Am 9.8.2010 1 Kommentare
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Wie gesagt, wenn in der modetechnisch verschlafenen Stadt Zürich zum Modespektakel geladen wird, dann folgen die Fashionistas, Redakteure und Blogger dem Ruf in Scharen. Alle waren sie da, am Freitag, 6. August 2010, adrett gekleidet und mit der verzeihbaren Tendenz der Selbstinszenierung. Neben dem Sehen & Gesehen werden, war aber auch ein aufrichtiges Interesse, eine regelrechte Lust und Freude für die Jungdesigner Fashionshow von Young at Art zu bemerken.

 

 

So drängten sich also die Modehungrigen in das Zürcher Kammerorchester und wurden erstmal von unseren geschickt platzierten kinki Bags (mit Young at Art-Flyern etc. drin) in Empfang genommen (herzlichen Dank noch mal an dieser Stelle für den spektakulären Auftritt!). Die kinki Lektüre half dann auch über den obligatorisch verspäteten – gehört ja zum guten Ton – Beginn der Modeschau hinweg. Ausserdem wurden die Zuschauer dafür mehr als entschädigt.

 

Moga e Mago – Young at Art-Fashionshow

 

Die zauberhafte in Nudetönen gehaltene Kollektion des Berliner Labels Moga e Mago sorgte für einen qualitativen und romantischen Auftakt der Show. Julian Zigerlis edgy Entwürfe mit integrierten Rucksäcken und die strammen Schritte der männlichen Models holten die in den Wolken schwebenden Zuschauer wieder auf den Boden der Tatsachen, liessen sie durch Assoziationen zu Fallschirmspringern aber sogleich wieder hoch fliegen. Sara Hoadei zeigte eine düstere feminine Kollektion aus leichten, tragbaren Lagenlooks. Flo de Richfort vollführte auf den Torsi von fragilen Märchenprinzen eine verklärte Welt aus Berglandschaften, Schwänen und Perlen. Jasfrees graue Kleider, die durch aufwändig genähte Spalten orange Farbstoffe hervorblinzeln liessen, erinnerten mich etwas an Sekretärinnen aus den 70er-Jahren, nur mit aussergewöhnlichen Silhouetten, konnten meine Begeisterung aber nicht wirklich aus der Reserve locken.

 

 

Dafür konnte dies das Label Sadak umso mehr. Obwohl ich eine gewisse Voreingenommenheit eingestehen muss, bildeten die voluminösen Kapuzenentwürfe mit den Zick Zack-Mustern und sozialistisch-modischen Claims zweifelsohne den Höhepunkt der Show. Für eine positive Überraschung sorgte auch die Zürcherin Claudia Bonorand, ihre Kollektion vereinte gekonnt Wildleder und Nudetöne in schlichten, detailaffinen Kleidungsstücken, die vielleicht nicht wirklich gewagt oder innovativ sind, dafür durchwegs gelungen und tragbar (ja, wünschenswert). Raul Egloff and Fashionslave sorgten nach den sanften Tönen wiederum für eine geballte Portion Männlichkeit mit glänzenden schwarzen und metallicblauen Stoffen und futuristischen Laptop-Taschen und weniger tragbare, dafür interessante Schnitte. Den Abschluss der Show bildete Nicole Hauris Kollektion, deren integrierte Fell- und Kissenelemente spannend bis gewöhnungsbedürftig daherkamen; ihr Schlussbild, ein Mastermantel mit der riesigen Schleife, sorgte aber auf jeden Fall für einen angemessenen Abschluss.

 

Nicole Hauri – Young at Art-Fashionshow

 

Die Qualität und Entwicklung der Kollektionen und Designer waren sehr unterschiedlich, insgesamt ergab die Auswahl der Designer aber eine schöne Mischung. Ein gutes Händchen bewies Affa Osmann, der die Show zusammen mit dem Young at Art-Team auf die Beine gestellt hat, auch in der Auswahl der Models, die professionell und (natürlich!) hübsch waren, sodass man sich auf die Kleider und nicht auf eigensinnige Gehstile konzentrierte. Auch die musikalische Begleitung liess nichts zu wünschen übrig. Besonders erfreute mich, ein Gleichgewicht von Männer- und Frauenkollektion vorzufinden und natürlich, dass kinki magazine mit Young at Art zusammenarbeiten konnte. Wir können kaum das nächste Mal abwarten und freuen uns auf eine noch grössere Show mit noch extravaganteren Kollektionen!

Vielen Dank an Affa, Anouk, Felicia, Maureen, Tamara, Dayadi und Luca.

 

Ein Bericht zu Sadaks Kollektion "I am a good Socialist" findet ihr demnächst online als Magazinartikel.

 

Text: Florence Ritter
Fotos: Ellin Anderegg

Tags: modenschau, young at art

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