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Indian Warrior meets Wild Dagga

Am 22.1.2009 8 Kommentare
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Von einer vielfach stärkeren Wirkung als Cannabis schwärmen Kiffer, High-Gefühle von bis zu 24 Stunden sollen keine Seltenheit sein. Und das Beste daran: Es ist vollkommen legal. Bedient die Wunderdroge "Spice" unser Recht auf Rausch?

 

Foto: Spice aus dem modernen Teebeutelchen

 

An getrocknete Pflanzen kommen Teenager besonders leicht heran: Schaut man sich in  handelsüblichen Headshops ein wenig um, so findet man Wasserpfeifen, Tabak und allerlei Kifferzubehör. Sei einigen Monaten findet man in gut sortierten Läden aber auch Ständer mit Päckchen, die wie grössere Teebeutelchen aussehen. Der Inhalt dieser Päckchen besteht zumeist aus blauen Lotusblumen, afrikanischem Löwenohr, Helmkraut und Meeresbohnen – alles rein pflanzlich und legal verkäuflich. Daher erfreut sich die Kräutermischung aus England vor allem bei minderjährigen Konsumenten immer wachsender Beliebtheit. "Das Zeug boomt!", von 70 bis 80 verkauften Päckchen täglich sprechen Ladenbesitzer.

Keine "illegale Droge" und dennoch unberechenbar

Das so genannte "Spice" ist nach Definition der Betäubungsmittelgesetzes keine Droge und ohne Altersbeschränkung vollkommen legal, in Internet-, Tabak- und Headshops erhältlich, da es sich nach dem Gesetz nicht um eine Tabak-, sondern um eine Gewürzmischung handelt. Um ein ungefährliches Kraut handelt es sich dabei jedoch keineswegs. Woraus  die psychoaktive Gewürzmischung Substanz wirklich besteht, weiss nämlich niemand genau. So könnten sich darin neben pflanzlichen Elementen, auch gefährliche chemische Zusätze verbergen.
Die jungen Kiffer stört dies jedoch wenig. Die meisten Inhaltsstoffe sind den neugierigen Jugendlichen ein Fremdwort und alles was frei verkäuflich ist, kann sowieso nicht gefährlich oder schädlich sein, so die Meinung vieler Konsumenten. Zudem bietet sich für die Jugendlichen die Möglichkeit im Rahmen ihres Taschengeldes völlig legal zu kiffen: Drei Gramm "Spice Silver" gibt es bereits für 22 Franken im Internet.

 

Foto: Cannabis Sativa

 

Auch die Experten tappen bei den Inhalts-Stoffen von Spice im Dunkeln: Toxikologen vermuten jedoch, dass es sich bei neben Lotusblume und Meeresbohne auch um einige erfundene Inhalts-Stoffe handeln könnte: Stoffe wie "Indian Warrior", oder "Wild Dagga" klingen nicht nur sehr fantastisch, sondern sind für die meisten Drogenexperten zudem völlig neu – sie haben noch nie etwas von diesen oder ähnlichen Stoffen gehört. Auch Tests liefern keine befriedigenden Ergebnisse. So haben deutsche Wissenschaftler bei Untersuchungen mit Spice keinerlei Alkaloide, denen man eine berauschende Wirkung zuschreiben könnte, finden können. Lediglich eine auffällig hohe Dosis Vitamin E wurde in den Wirkstoffen entdeckt. Doch ob dieses für den Rauschzustand bei den Konsumenten verantwortlich sein soll, halten die Experten für sehr unwahrscheinlich. In Sachen gesundheitlicher Gefahren und Suchtpotential tappen die Drogenexperten ebenfalls im Dunkeln

Stoned durch Kräuter
Doch nicht nur Drogenberater, Wissenschaftler und Experten stellt Spice vor ein grosses Rätsel, sondern auch die Polizei. "Solange Spice nicht unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt wird, sind wir machtlos", erklären Sprecher der Polizei  Solange nämlich nicht alle Inhaltsstoffe bekannt sind, könnten nämlich keine wirksamen Drogentests entwickelt werden. Bisher sollen aber keine Fälle von auffälligen Spice-Konsumenten bekannt sein.
Von der Wirkung ist Spice am besten mit Cannabis vergleichbar: Es soll ziemlich unauffällig schmecken, ähnlich einer Zigarette. Nach mehreren Zügen sollen die Kräuter aber schon ihre volle Wirkung offenbaren. So soll bei Konsumenten ein erhöhter Pulsschlag, genau wie beim Kiffen, festgestellt worden sein, ebenso wie eine Art "breit"-Gefühl. Ebenso wie beim Cannabis soll Spice auch Auswirkungen auf das sprachliche und motorische Zentrum im Gehirn haben. Lallen und Schwanken sind keine Seltenheit.

 

Foto: Stoned ins Auge geschaut

Wunderdroge oder nur Abzocke?

Während sich die Regierung, Polizei und Wissenschaftler immer mehr den Kopf über das neue "Wundermittelchen" Spice zerbrechen, sehen andere in der Kräutermischung ganz andere Gefahren: Nämlich die schlichte Abzocke. Toxikologen vermuten in Spice nicht anderes als eine PR-Gag, um den begeisterungsfähigen und neugierigen Kids, das Taschengeld aus der Tasche zu ziehen. Die angeblich berauschende Wirkung von Spice könnte nämlich auch ganz andere Gründe haben: Durch das Verbrennen der Kräuter könnten nämlich tatsächlich toxische Gase inhaliert werden, die Kreislaufstörungen hervorrufen können. Dies könnte man dann fälschlicherweise als Rausch interpretieren. Einen ähnlichen Effekt erhält man auch, wenn man zu stark an einer  Wasserpfeife gefüllt mit Fruchttabak zieht. Obwohl keine Drogen oder Rauschmittel im Tabak enthalten sind, könnte der Konsument einen kurzen Rauschzustand erfahren. Gesundsschädigend sei es aber in jedem Fall, warnen Toxikologen.

Text: Florian Hennefarth

Tags: drogen, sucht, hanf, spice, cannabis, magazin nr 1, magazin nr 10

Kommentare (8)

  • Krass - hab ich bis jetzt abr noch nix davon gehört...

    von Eric am 28.1.2009 16:22
  • geht mir genauso. noch nie was davon gehört. muss ich wohl mal ausprobieren...

    von kililevin am 28.1.2009 20:00
  • Ich habe wochenlang spice geraucht und nicht wenig. nach kurzer zeit wurde ich krank, sicherlich lag es auch am wetter, doch ich hatte 5 tage lang unheimliche hustenanfälle, es kam immer ganz plötzlich gegen abend und lies mich nicht in ruhe, sodass ich kaum schlaf tanken konnte. es fing immer recht leicht an, doch innerhalb kürzester zeit konnte ich immer weniger tief luft holen. als ich dann kaum noch atmen konnte bin ich in panik ausgebrochen. ich hatte keine halsschmerzen. ich konnte mir nicht erklären woher der husten kam bis ich irgendwann im internet zum thema spice recherchierte. meine ärztin fragte mich sogar ob ich astma hätte...nein, meinte ich, ich rauche NUR spice!

    von Ramona am 24.2.2009 10:25
  • spice ist totaller misst dan racuh dir liber ein fanumpftigen jont und es ist tausen mar besser als diese dummen krüter von spice

    von Anonymous am 22.11.2009 20:39
  • wo bekommt man das her/ bezw. wo kann man das keufen.

    von Chrischtel am 8.12.2010 09:09
  • @chrischtel,soweit ich weis wurde es schon verboten und das nach 6 monate oder so wo es auf den markt kam....man kanns nur noch illegal kaufen.aber so genau weis ich das nicht,habe das zeug mal probiert so ziemlich jedes päckchen da gabs ja verschiedene sorten,aber vom hocker hats mich ned gehauen....

    von tanja am 19.12.2010 22:22
  • ich finde das super weil ich bin

    von Anonymous am 10.3.2011 09:47
  • Spice und Konsorten haben synthetische Cannabinoide als Inhaltsstoffe, ein Wettlauf zwischen deutschem Betäubungsmittelgesetz und den Chemikern der Spice-Industrie sorgt für ständig neue (später illegale) Substanzen, ob synthetische Cannabidoide 2011 vollkommen verboten sind, weiß ich nicht. "Indian Warrior" ist eine Pflanze namens "Pedicularis densiflora", "Wild Dagga" ist das "Afrikanische Löwenohr" (Leonotis Leonurus) - als ich "erfundene Inhaltsstoffe" las, las ich nicht weiter, ein bisschen recherchieren bitte, der Artikel ist zwar von 2009 aber nachbessern könnte man ja mal.

    von Ben am 11.10.2011 09:37

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