kinki tunes: Girls – Father, Son, Holy Ghost
Zwei Jahre nach ihrem Erstling mit dem minimalistischen Namen "Album" liefern die beiden Boys von Girls endlich den heiss erwarteten Nachschub. Denn "Album" schaffte es, eingängige Popmelodien mit rotziger Rockattitüde zu verbinden, klassisches Songwriting traf auf experimentelle Sounds, lauter Krach auf zerbrechliche Klänge, stets untermalt von unverwechselbaren Vocals. Auf "Father, Son, Holy Ghost" schaffen es Christopher Owens und Chet "JR" White, ihren ganz eigenen Sound scheinbar mühelos weiterzuentwickeln. "Der Titel rührt natürlich religiös an", meint Owens zur Namensgebung des Zweitlings, "allerdings geht es eher darum, die religiösen Qualitäten der Musik hervorzuheben." So wurde beispielsweise in sieben der elf Songs ein Gospelchor eingesetzt.
Und auch sonst liessen Christopher und JR in ihrem kleinen Kellerstudio in San Franciscos Tenderloin-District ihrer Kreativität freien Lauf und forschten nach neuen Sounds und Aufnahmemöglichkeiten. So wurden Mikrofone beispielsweise unter Toiletten montiert und verschiedenste Instrumente ausprobiert. "Das Studio bestand eigentlich nur aus vier Betonwänden und war ein riesiger Saustall, aber es war perfekt!", erklärt Owen. Und genau dieses kreative Chaos, die warmen Klänge, die schon auf "Album" so angenehm vertraut klangen, untermalen auch auf "Father, Son, Holy Ghost" die Texte Owens, die trotz düsterer Passagen stets ein wenig Hoffnung ausstrahlen.
In der neuen Ausgabe des kinki magazin kommentiert JR alle 11 Tracks auf "Father, Son, Holy Ghost".
Text: Rainer Brenner

Kommentare (2)
love them!
von skinnylove am 30.9.2011 17:56