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Kid Cudi: Der Mann vom Mond

Am 16.11.2009 3 Kommentare
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Er flirtet intensiv mit dem Electro, gibt seinen Reimen viel Melodie mit auf den Weg und stellt sich gern als Ausserirdischen dar: Der 25-jährige Scott Mescudi alias Kid Cudi ist dieses Jahr mit viel Getöse im Musikgeschäft gelandet. Und das, obwohl viele seiner Lieder eher ruhig, introvertiert und einsiedlerisch daherkommen.

Bald darf die Welt beurteilen, ob sich sein Potential für ein gutes Album gereicht hat. Vorher stellten wir ihm auf Planet Erde einige Fragen und entdeckten bei dem Wesen aus Cleveland, Ohio viele menschliche Züge.

 

Kid Cudi

Kid Cudi

 

 


Cudi, du redest in deinen Liedern oft davon, ein Marsbewohner oder ein Mann vom Mond zu sein. Diese ruhigen, persönlichen Stücke scheinen dir sehr wichtig zu sein.

Ja, weil sie meine Persönlichkeit widerspiegeln und es Songs sind,  die man so noch nicht gehört hat, finde ich.  Ich nehme darin eine Position ein, die bislang im HipHop noch nicht besetzt gewesen ist. Ich gebe mich sehr verletzlich. Früher habe ich mich immer einsam gefühlt. Ich habe immer gedacht, ich sei mit meinen Gefühlen alleine. Erst mit dem Erfolg von "Day N Nite" habe ich langsam realisiert, dass sich viele Leute mit meiner Musik identifizieren können.

 

Kid Cudi
Kid Cudi

Wie hat sich diese Erkenntnis auf dein Debütalbum ausgewirkt?
Ich habe mich immer weiter geöffnet. Das Album erzählt nun eine zusammenhängende Geschichte, wie ein Spielfilm. Es ist ein langer Traum, unterteilt in mehrere Akte und Szenen.

Jeder Song stellt eine Szene dar. Die Leute bekommen einen tieferen Einblick in die düstere Welt des Künstlers Kid Cudi.

Dein Mentor Kanye West hatte bereits 2003 – also noch vor dem Erscheinen seines Debütalbums "College Dropout" – einen fixfertigen Karriereplan in der Tasche. Wie ist das bei dir?
Ich hab mir da auch schon Gedanken gemacht. Meine Soloalben sollen eine Trilogie ergeben. Ähnlich wie bei Star Wars. Alle ersten drei Alben werden den Haupttitel "Man On The Moon" tragen. Zuletzt erscheint dann eventuell noch die Vorgeschichte. Und wenn die dann mal erzählt ist, werde ich meine Solokarriere beenden.

Du hast also schon ein paar Jahre vorausgeplant.
Ja, und ich freu mich auch schon auf das zweite Album. Auf "The Ghosts And The Maschine" wird es um den Kampf mit meinen inneren Dämonen und den Zustand des Gefangen seins als Berühmtheit gehen. Ich erzähle, wie ich zum Workaholic wurde und den wahren Scott Mescudi verlor.

Fühlst du dich denn jetzt schon gefangen in diesem Leben?
Man hat zumindest versucht mich gefangen zu nehmen. Und es hätte fast geklappt. Aber irgendwie bin ich dem ganzen Starrummel noch mal entkommen. Ich bin oft und gerne alleine und habe nur ein paar grosse Stars als Freunde. Dazu gehören neben Kanye auch Common und Snoop Dogg. Ein paar solcher Freunde sind wichtig.  Sie geben mir wertvolle Tipps und Feedback. Aber ich verbringe nur Zeit mit Leuten, zu denen ich eine echte, tiefe Verbindung habe.

 

Kid Cudi

Kid Cudi

 


Du bist befreundet mit Kanye West und auch Teil seines kreativen Umfelds. Wie sieht eure Zusammenarbeit aus?

Kanye hat mich damals angefragt, ob ich ihm bei "The Blueprint 3" von Jay-Z helfen könnte. Daraus hat sich dann auch die Zusammenarbeit für "808’s & Heartbreak» entwickelt. Sein Arbeitsstil und seine Einstellung haben mich sehr stark inspiriert.

Vor allem die Tatsache, dass er einfach auf seinen Bauch und seine Gefühle hört. Auch wenn du die seltsame Idee hast ein Stück mit Michael Bolton aufzunehmen.

Seid ihr oft im gleichen Tross unterwegs?
Nein, momentan haben wir völlig verschiedene Tourneepläne. Aber wir sind immer in Kontakt. Das ist schon eine sehr familiäre, enge Beziehung, die wir haben.

Ich wohne seit einer Weile in Brooklyn, Kanye hat eine Wohnung in Manhattan. Und manchmal treffen wir uns alle im Studio und hängen miteinander ab. Die Musik entsteht nebenbei.

 

Kid Cudi
Kid Cudi

Was bedeutet das?
Wir gehen nicht mit der Einstellung ins Studio, dass wir Arbeit verrichten müssen. Wir treffen uns einfach, um miteinander abzuhängen . Oft läuft da im Hintergrund dann auch irgendein Film.

Egal was, Hauptsache die Bildern inspirieren uns. Einmal haben wir "E.T." geschaut, ein anderes Mal "Close Encounters of a Third Kind", "American Psycho" oder "Stepbrothers".

Und während der Film läuft, sagt dann plötzlich jemand: "Halt, ich hab’s! Haltet den Film an, ich geh jetzt was aufnehmen"?
Nein, nicht ganz. Wir schauen die Filme immer ohne Ton. Wir unterhalten uns, tauschen Ideen aus, schreiben uns vielleicht ein paar Textzeilen auf oder erfinden einen Refrain. Mit der Produktion der Musik habe ich nichts zu tun – ausser ich habe eine Melodie im Kopf, die man eventuell verwenden könnte. Aber ich produziere nicht.

Was begleitet dich für Musik in diesen hektischen Zeiten?
Vor allem das aktuelle Album der Kings of Leon. Das hör ich mir auf meinem iPod immer und immer wieder an.

 

 

Text und Interview: Adrian Schräder

 

 

Mehr Informationen über Kid Cudi gibt's auf seiner MySpace Seite.

 

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Tags: Interview, magazin nr 19, kid cudi, musik

Kommentare (3)

  • SAUGEIL! BESTE SEX-MUSIC EVER!!!

    von THISISWHERETHEMAGIC am 17.11.2009 11:12
  • zum sex??? bisschen stressig, oder?

    von no shame on my name am 17.11.2009 11:14

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