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Swingers, Swank and Spank!

Am 22.6.2009 1 Kommentare
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Logo S MagazineDas dänische "S Magazine" erfreut sich nicht nur innerhalb Skandinaviens grosser Beliebtheit, sondern findet in ganz Europa, Amerika und Japan reissenden Absatz. Das Konzept scheint auf den ersten Blick einfach: viel nackte Haut, viel Provokantes. Dennoch hat sich das zweimal jährlich erscheinende Magazin mit diesem Konzept zu einem der schönsten Magazine Europas gemausert und sorgt sowohl bei internationalen Fotografie-Grössen wie Rankin, als auch bei der Leserschaft der Magazinmesse "Colophon" für viel Lob.


 

kinki unterhielt sich mit dem Fashionfotografen und Mitbegründer und Chefredakteur des "S Magazine" über die dänische Kulturszene, Lust und Frust eines Magazinmachers und natürlich auch über Sex...


Hallo Jens, Wo genau kommst du her? Und wo wohnst und arbeitest du derzeit?
Ich komme aus Kopenhagen. Ich pendle momentan aber zwischen Kopenhagen, Paris und Amsterdam, bin aber meistens in New York, wenn ich am S Magazine arbeite.

Wann hattet ihr denn die Idee fürs S Magazine? Und wofür steht das "S" eigentlich?
Ich habe das Projekt vor fünf Jahren zusammen mit ein paar Freunden begonnen. Das "S" war damals so was wie ein Arbeitstitel für uns, denn wir wollten ein Magazin mit viel sexuellem Content kreieren. Eigentlich war der ursprüngliche Titel des Magazins denn auch "Sexual", aber das passte irgendwie doch nicht so ganz, kam uns irgendwie ein bisschen sehr schmuddelig vor. Wir überlegten uns danach viele verschiedene Namen, stellten aber bald fest, dass viele Worte aus dem sexuellen Vokabular mit dem Buchstaben S beginnen. "Spank", zum Beispiel, oder "Swinger", "Swank"…Daher entschieden wir uns, das Magazin einfach "S" zu nennen.

Cover des S Magazine #9Nackte Haut ist in euerm Magazin ja auch jede Nummer wirklich Programm, oder?
Wir liessen uns bei S vor allem von einem Magazin namens DV (deliciaevitae), dass es damals zwar schon nicht mehr gab, uns aber sehr inspirierte, beeinflussen. Auch der fotografische Stil von Leuten wie Jürgen Teller und Terry Richardson entsprachen diesem Style. Wir mögen Bilder, die Berührungspunkte zwischen Nacktheit und Mode, oder Mode und Pornografie aufzeigen.

Hat das S Magazine denn so was wie eine Botschaft? Oder was ist euer Ziel, das ihr mit dem Magazin anstrebt?
Unser Ziel war es, ein hochwertiges und erfolgreiches Magazin zu erschaffen, das mit anderen Heften, die zweimal jährlich erscheinen standhalten kann. Wir wollten ausserdem unseren Contributors die Möglichkeit geben, ohne die gewöhnlichen Restriktionen zu arbeiten, die ihnen bei anderen Jobs auferlegt werden, wenn sie einen Auftrag für einen normalen Klienten machen. 

Wie wichtig ist der Fakt, dass ihr ein dänisches Magazin seid für eure Arbeit und euern Erfolg?
Eigentlich nicht wirklich wichtig. Die Tatsache, dass Dänemark das erste Land der Welt war, das Pornos veröffentlichte und unser Magazin gerade aus diesem Land kommt, scheint allerdings schon eine Wirkung auf die Menschen zu haben, denke ich.

Wo ausser in Dänemark kann man das S Magazine denn kaufen?
Es ist in mehr als 45 Ländern weltweit erhältlich und wird ausserdem in American Apparel-Filialen gekauft werden, sogar in Japan. Conde Nast, dem die Distributionsgruppe Comag gehört, kümmert sich um unseren Vertrieb.

Würdest Du euer Heft denn als "typisch dänisch" bezeichnen? Existiert denn deiner Meinung nach so etwas wie eine Art typische dänische Ästhetik, oder eine typisch dänische herangehensweise an Kunst oder deren Inhalte?
Nein, das glaube ich nicht. Wenn ich mich hier umsehe, dann erkenne ich eigentlich nichts, das vergleichbar ist mit dem, was wir tun. Andererseits muss ich sagen, dass ich mich sehr glücklich schätze, Däne zu sein, denn hier kann man ein Heft wie das unsere auch ohne die Beihilfe reicher Eltern und ohne ein riesiges Vermögen produzieren. Hier reicht viel Arbeit und Willenskraft.
Aber dass die Ästhetik des S Magazines typisch dänisch ist, oder so, würde ich nicht behaupten. Vielleicht könnte man sagen, es verfüge über eine gewisse skandinavische Qualitäten…

Wie denkst Du, dass dänische Kultur ausserhalb Skandinaviens wahrgenommen wird?
Naja, ich denke, das kommt drauf an, aber im Allgemeinen glaube ich, dass dänische Kuns, Kultur und Musik einen ziemlich guten Ruf geniesst. Ich selbst bin ehrlich kein grosser Fan von der momentanen dänischen Musikszene. Viele Leute arbeiteten zwar hart an ihrem Erfolg, bleiben aber oft erfolglos, weil sie so extrem poppig und kommerziell sind, dass es fast schon unertragbar ist. Das kommt wahrscheinlich daher, dass viele Musiker sich hier stark von Deutschland und der Euro Dance-Szene inspirieren liessen. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass dafür die Kunst- und Designarbeiten von dänischen Künstlern einen exzellenten Ruf geniesst. Auch in der Modewelt finden sich bei uns einige Highlights, wie zum Beispiel Camilla Stærk, ich hoffe also, dass die Zukunft in diesem kulturellen Sektor rosig sein wird. Meiner Meinung nach ist Erfolg in kulturellem Schaffen aber ganz allgemein in zwei Dingen begründet: Originalität und viel Harte Arbeit.

Text: Rainer Brenner
Interview: Florence Ritter


Weitere Infos auf der:
Website von Jens Stoltze
Website von SPublication

sowie im Blog von SPublication

Tags: Interview, jens stoltze, magazin nr 15, s magazine

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