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Londoner Parallelwelten

Am 27.7.2009 1 Kommentare
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All zu oft läuft die Aufmerksamkeit einer fortwährend aufgeregten Musikszene an den Bands vorbei, die anscheinend zu uninteressant in ihrer kontinuierlichen Suche nach Sich und der Musik sind. Zu verlockend ist die Abwechslung der grell ausgeleuchteten neuen Bands, deren Austauschbarkeit ihren lang ersehnten Höhepunkt noch immer nicht erreicht hat.

In ihrer eher medialen Lautlosigkeit passt die oben beschriebene Entwicklung auch auf die Londoner Band Athlete. Angesiedelt im Epizentrum der britischen Musik, spielen sie sich seit Jahren beständig nach oben und sind doch verhältnismässig unbekannt geblieben. Was gerade angesichts der erhaltenen Musikauszeichnungen so gar nicht zusammen passen will. Denn, den für ihre Single "Wires" erhaltenen "Ivor Novello Award", der ohne Umschweife als der renommierteste britische Preis für Songwriting zu bezeichnen ist, dürfen nur die wenigsten Bands ihr Eigen nennen. Der als "Best Contemporary Song" gewürdigte Hit hatte die britischen Radiostationen wochenlang belagert und sicherlich mit dazu beigetragen, dass "Tourist", das dazugehörige zweite Album der Band, in Grossbritannien mit zweifachem Platin ausgezeichnet wurde. Grund genug, die Jungs mit drei universalen Fragen zu nerven.

 

Athlete

 

3 Fragen an: Athlete

 

kinki magazine: Ihr bezeichnet eure Musik immer wieder als "organische Beats", was versteht ihr unter diesem Label?
Also wir haben diesmal viel mit elektronischen Klängen herumexperimentiert. Wir waren geradezu besessen von dem Konzept  der "organischer Beats". Zum Beispiel, von der Idee, die Sounds unseres Studios aufzunehmen und in die Loops mit einfliessen zu lassen. Neben der konstruierten Musik auch die Geräusche sich schliessender Türen, klickender Schalter und hin und her geschobenen Equipments einzubauen. Es sollte ein wenig in die Richtung von "konkreter Musik" gehen.

kinki magazine: In euren Texten geht es oftmals um aktuelle Probleme auf der Welt wie zum Beispiel Erderwärmung oder den Irakkrieg. Würdet ihr euch als politische Band bezeichnen?
Nein, sicher nicht, das würde uns zu sehr reduzieren. Aber gleichzeitig sind wir alle vier sehr politisch interessierte Menschen. Wir wissen in welchen Strukturen wir uns bewegen, und wir uns mit unserer Musik nicht frei schwebend über gesellschaftlichen Zuständen bewegen. Von daher sind politische Themen auch stets in unserem Denken präsent, es sind Themen die uns beschäftigen und somit auch in unsere Texte einfliessen.

kinki magazine: Ok, was genau würde dir jetzt als erstes einfallen, wenn du dir überlegst, ob es eigentlich ganz cool ist ein Brite zu sein?
Also zuerst ist es sicherlich die Musikszene in Grossbritannien, mit welcher Regelmässigkeit sich neue Bands und Stile herausbilden ist einmalig. Aber es sind auch scheinbar kleine Sachen, wie z.B. das Fernsehen in England. Wir leben in einer Welt in der die Medien uns zwar immer mehr umgeben, doch die scheinbare Vielfalt von Sendern führt in meinen Augen in vielen Ländern leider zu einer Reduzierung der journalistischen Aufklärung. Zu hoch sind der kommerzielle Druck und die Abhängigkeit von Marktanteilen. Die BBC ist für mich da immer noch ein Leuchtturm der Meinungsfreiheit und das erfüllt mich schon mit Stolz. 

Text und Interview: Mathias Bartsch
Photo Credit: Danny Clinch


Links:
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Tags: magazine nr 16, Interview, musik, rock, athlete

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