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In Bed with a Blogger

Am 19.4.2010 8 Kommentare
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Okay, die Überschrift entspricht nicht ganz der Wahrheit. Ich habe mit keinem Blogger geschlafen. Aber ich habe vor kurzem an einem Vortrag über Modeblogs teilgenommen. Mit dem Ziel eine bestimmte Frage endgültig und für immer zu klären: Wie kann ich als jungfräuliche Onlineleserin die Blog-Spreu vom Blog-Weizen trennen?

In bed with a blogger
Mary Scherpe

Meine Recherche beginnt durch Zufall bereits auf dem Weg zum Vortrag beziehungsweise dem Blogger Panel. It’s in English, because we are so bloody international, aren’t we? Der Vortrag, Entschuldigung, ich meine natürlich der Panel findet im Rahmen einer großen Modemesse statt. Dorthin wird ein Fahrservice angeboten.

Kaum eingestiegen, lerne ich eine junge Dame kennen. Eine Bloggerin. Sie heißt Judith Marthaler. Ihr Blog heißt "What’s Wrong With the Zoo". Wir plaudern. Natürlich über Blogs und ich frage direkt, was einen guten Blog so ausmacht. Judith sagt mir, dass bei einem guten Blog immer die Thematik im Vordergrund steht. Nicht der Blogger selbst. Ich notiere: Finger weg von Ego-Blogs!
 
Wir sind beide spät dran und entscheiden uns zusammen nach dem Raum zu suchen, in dem der Panel stattfindet. Immer wieder trifft Judith auf ihr bekannte Gesichter. Ich höre Sätze wie: "Mensch, schön dich wiederzusehen" und "Kommst du auch auf den Blogger Panel?" Ich kenne niemanden. Angekommen steht bereits eine lange Schlange vor dem Auditorium. Wir stellen uns an. Und auch hier ist Judith keine Unbekannte, sie grüßt, umarmt und winkt den umstehenden Online-Fashionistas zu.

Sie sagt zu mir: "Alles Blogger." Ich kenne niemanden. Verdammt, warum schreibe ich eigentlich für keinen Blog? Ich überlege kurz. Dann fällt es mir wieder ein. Ich schreibe für Geld.

In bed with a blogger
Mary Scherpe, Christoph Amend, Marcus Luft und Imran Amed (l.n.r)

Judith stellt mir zwei Boggerkolleginnen vor. Eine davon mit den Worten "Sie ist mit Mary eine der bekanntesten Bloggerinnen aus Deutschland." Ich denke mir: Wer ist Mary? Mein Gesicht muss Bände sprechen, denn Judith schaut mich mit großen Augen an und sagt: "Mary Scherpe ist eine Blog-Pionierin. Sie moderiert heute. Die kennst du doch, oder?" Ich nicke lächelnd und denke: Mary Scherpe? Muss ich daheim gleich mal googeln.

Die Türen werden geöffnet und die ersten Teilnehmer eingelassen. Judith dreht sich zu mir um und sagt: "Du, ich schau mal vorne wegen der Akkreditierung. Wir sehen uns drinnen." Sie rauscht mit ihren Bloggerkolleginnen ab. Es waren wohl unüberbrückbare Differenzen zwischen uns. Schade eigentlich. War nett mit ihr.

In bed with a blogger
Sven Schöne und Imran Amed (l nach r)

Alle haben ihren Platz eingenommen. Mary Scherpe legt los. Auf englisch. Of course. Sie erzählt über den Beginn ihrer Bloggerkarriere im Jahr 2006 und den Werdegang von Blogs. Im Fokus der Vorstellung steht ein Film, der ein Interview mit Suzy Menkes zeigt. Warum eigentlich Suzy? Die bloggt doch überhaupt nicht.

Suzy sagt, dass sie sich nicht bedroht fühlt durch Fashionblogger und, dass durch Blogs in der Modewelt nun kein Monolog mehr geführt wird, sondern endlich eine Konversation. Alle Podiumsgäste lauschen Suzys Worten und nicken zustimmend. Nach dem Film wird diskutiert. Es kommt zur Sprache, dass Blogs gut sind, weil sie eine persönliche Meinung wiedergeben. Dadurch sind sie authentisch.

Einem Journalist dagegen wird gleich zu Beginn der Ausbildung beigebracht auf keinen Fall subjektiv zu sein. Er braucht immer und für alles die Meinung eines Fachmanns. Ich nicke. Es stimmt. Aber wenn man in Blogtopia vollkommen unabhängig ist, warum interessiert uns hier in diesem Panel dann die Meinung von Modefachfrau Suzy Menkes?

In bed with a blogger
Plenum erste Reihe (die Schwarzhaarige mit Pagenschnitt ist Judith Marthaler vom Blog What's wrong with the Zoo)

Egal, Entschuldigung, ich meine natürlich anyway, meine Fragestellung ist eine andere. Wie finde ich einen qualitativ hochwertigen Blog. Podiumsgast Imran Amed berät Modeunternehmen und ist Autor des Blogs "The Business of Fashion".

Er findet, dass Qualität durch eine besondere Leidenschaft entsteht. Und Modeblogger haben diese Leidenschaft, schließlich arbeiten die meisten ohne Lohn. Kein Geld spricht für hohe Qualität? Bedeutet das jetzt, dass alle brotlosen Blogger gut sind? Und wäre sein Blog damit nicht automatisch schlecht? Ich stehe auf, oute mich als Printjournalistin und stelle die Frage, die mich bewegt: "Wie kann ich als unerfahrene Blogeinsteigerin einen guten Blog finden?"

Stille.

Plötzlich springt ein junger Mann aus dem Plenum auf und sagt energisch: "Gegenfrage? Was ist ein gutes Magazin?" Ich denke mir: Klugscheißer, und sage, dass der Vergleich schwierig ist. Einen Blog erstellt man in fünf bis zehn Minuten und braucht dafür einen Computer und eine Internetverbindung. Ein Magazin auf den Markt zu bringen ist aufwendiger und kostenintensiver, dadurch ist die Auswahl an Printmedien viel geringer und die Selektion damit leichter.

Wieder Stille.

Mary antwortet: "Man muss einfach so lange Blogs lesen bis man einen guten findet", und wendet sich einem anderen Fragesteller zu. Ich gehe. Zuhause werde ich anfangen Blogs zu lesen. Ich glaube, ich fange mit "What’s Wrong With the Zoo" an.


Text: Ramona Demetriou

Tags: blogger, magazin nr 24, mary scherpe, suzy menkes, imran amed

Kommentare (8)

  • Guter Gedanke, aber wie zu oft im Kinki irgendwie nicht fertig gedacht und zu abrupt beendet. Hast du dich wirklich mit der Antwort zufrieden gegeben, dass du dich jetzt durch abertausende Blogs lesen sollst, bis du vieleicht den passenden gefunden hast? Wo findest du die? Wie findest du die? Und sowieso, ich denke bei dem Panel ist sicher noch anderes interessantes Beredet worden. Vieleicht ist es der? http://www.facebook.com/#!/pages/riegel/230687925389?ref=ts

    von City-Scheiss am 10.5.2010 14:15
  • "die Schwarzhaarige mit Pagenschnitt ist Judith Marthaler..." was ist das denn bitte für eine anmerkung? das kann man doch auch anders?!

    von kniepuder am 10.5.2010 14:46
  • Ich sehe den Beitrag erst jetzt. Es tut mir leid, dass du mit meiner Antwort nicht zufrieden warst, sie wird aber auch jetzt keine andere sein. Und es ist durchaus zu vergleichen - wie finde ich ein gutes Magazin? Ich gehe in den Laden und lese mich durch's Angebot. Ich frage Leute, von deren Geschmack ich was halte. Bei Blogs ist es beinah noch einfacher, man muss nicht mal vor die Tür gehen (wenn's zum Beispiel regnet) und auf den Blogs finde ich dann auch gleich noch Links zu anderen Blogs! Um's selber lesen und urteilen wirst du auch in der Bloggeria nicht drumrumkommen. Im Übrigen war die Veranstaltung auf Englisch, weil Imran Amed kein Deutsch spricht. Suzy Menkes bloggt zwar nicht, schreibt aber schon seit Jahren auch für das Online Angebot der IHT und da "wir Blogger" auch keinen Unterschied zwischen Blogger und Printler sehen und "uns" lediglich das Thema oder die Meinung interessiert, interessiert "uns" natürlich brennend was eine der intelligentesten Schreiberinnen zu sagen hat. Ich denke übrigens nicht, dass man mich kennen "muss". Kann allerdings die Überraschung von Judith verstehen, wenn man sich für ein Panel anmeldet, anreist und teilnimmt und bis zu Beginn nicht weiß, wer da spricht. Aber vielleicht warst du rein wegen Christoph Amend oder Markus Luft da. Zum guten Schluss: mit Judiths Blog kann man auf alle Fälle sehr gut einsteigen.

    von Mary am 13.5.2010 00:32
  • oh mann, es ist schon wirklich traurig, dass man bezahlt wird etwas zu schreiben, wovon man keine ahnung hat.

    von annnanas am 13.5.2010 19:12
  • Viel trauriger ist es etwas zu schreiben was niemand liest, sorry aber 99% aller Blogs sind nichts mehr als Tagebücher von Mädchen die keiner liest. Oder wen interessiert schon was für eine Hose zu welchen Schuhen Lisa aus Hinterhausen toll findet, und sich damit in der Küche fotografiert?

    von sue am 18.5.2010 09:00
  • WTF is Mary??? ist das eine Frau?

    von bruno am 18.5.2010 09:02
  • Bruno, ich nehme an, dass Mary, Mary Scherpe ist, die vom Podiumsgespräch.

    von City-Scheiss am 18.5.2010 17:01
  • Hallo Jfcrgen!Zune4chst mf6chte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Stefan, komme aus Tirol und veofrlge RunningWilli nun schon seit ca. einem Jahr vielen Dank an dieser Stelle von mir an Willi ffcr den tollen Blog u. Podcast Ich erkenne mich selbst oftmals in Deinen Beitre4gen wieder (sowohl bei den positiven als auch bei den negativen Erfahrungen mit dem Lauf- (bzw. Ausdauer-) Sport.Ich kenne diesen BurnOut auch. Ich komme aus der Rad Ecke mit gelegentlichen Ausflfcgen in andere Ausdauersportarten, einmal in der Woche Hallenfudfball, ab und zu (frfcher in der Jugendzeit leistungsme4dfig) Tischtennis und andere Sachen als Ausgleich ich fahre das ganze Jahr fcber hauptse4chlich am Ergometer und (wohnortbedingt ) am Mountainbike. An Wettke4mpfen nehme ich bisher fcberhaupt nicht teil aber mein sportlicher Hf6hepunkt des Jahres ist nun seit inzwischen 4 Jahren im Mai / Juni ein Urlaub auf Mallorca mit Kollegen zum Rennradfahren.Da trainiert man so das ganze Jahr vor sich hin und dann kommt eine Woche in der ich (ffcr MICH und meine Verhe4ltnisse) brutale 550 km mit 6.700 HM aufgeteilt auf 4 oder 5 Touren auf die Stradfe knalle. Auch wenn man grodfteils auf seine Kre4fte (und den Puls) achtet gibt es immer wieder Berge oder Anstiege mit zBsp. 900 HM auf 10km wo einen der Ehrgeiz fcbermannt und man sich denkt: letztes Jahr bin ich hier Zeit x raufgefahren dazu habe ich zBsp. vor einem Jahr mit dem Rauchen aufgehf6rt -also muss es diesmal mindestens x 10min sein, Ausserdem gibts da immer wieder mal kleinere interne Wettke4mpfe mit den Kollegen die dabei sind. Was ich damit sagen will: es gibt immer wieder auch le4ngere u. kfcrzere Teilstrecken wo fcber der AES gefahren wird und im Hirn der kleine Schalter welcher normalerweise die Schmerz- u. Leistungsgrenze regelt einfach ausgeschaltet wird.Und obwohl der Urlaub eigentlich Geffchls-, Leistungs u. Kf6rperme4ssig gut fcberstanden wird beobachte ich, schon seit dem ersten mal, danach das von dir beschriebene sportliche BurnOut Syndrom .Patentrezept habe ich leider bisher keines ich geh's danach meist langsam an und muss mich nach 4-5 Tagen totaler Pause zu einigen lockeren Regenerationseinheiten zwingen 2 oder 3 Wochen danach kommt dann der Spass an der Sache an sich von alleine wieder und ich kann mit intensiveren Einheiten beginnen. Grudf,Stefan

    von brenda am 5.3.2012 13:18

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