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Auf den Spuren des Betrachtens

Am 2.9.2010 3 Kommentare
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Die Spuren der Zeit gehen an nichts vorbei. Auch nicht an architektonischen Bauten, Skulpturen oder einfachen Betonwänden. Überall in unserer Umgebung finden sich an und in Gebäuden Spuren von Rost, Moos, Kratzer, Risse oder absichtlich angebrachte Zeichen der Nutzung.

 

 

Die in Basel lebende Künstlerin Bianca Pedrina beobachtet mit ihrer Kamera diesen Prozess der Veränderung an Bauwerken in urbanen Landschaften. "Ich sehe die Architektur im Strassenbau, in unserem Alltag im Allgemeinen gerne als eigenständige Skulpturen, die, ihrer Funktion beraubt, plötzlich eine wundersame Ästhetik erhalten," sagt Pedrina. Sie blickt präzise da hin, wo die meisten schon lange nicht mehr hinsehen – oder gar noch nie hingesehen haben. Ihre Fotografien zeigen Ausschnitte – meist von moderner Architektur – auf eine Weise, welche eine bemerkenswerte Spannung zwischen der Fläche der Fotografie selbst und der tatsächlichen Räumlichkeit des Motivs erzeugt. Denn eigentlich wird die Haptik und Dreidimensionalität eines Raums durch das Fotografieren auf zwei Dimensionen reduziert.

 

Räume, wo gar keine sind

 

Doch Bianca Pedrina versucht mit ihren Arbeiten diese scheinbar unumgehbare Verwandlung zu überlisten. Die leeren Ausschnitte architektonischer Bauten abstrahiert sie so, dass wir deren Ursprung, den Raum, ganz neu erschliessen. Dazu vergrössert sie ihre Bilder oft auf Wandgrösse, oder nimmt minimale Eingriffe vor, indem sie die Fotografie an einer bestimmten Stelle faltet oder in Ecken klebt. So entstehen Räume, wo eigentlich gar keine sind. "Wenn ich diese Eingriffe am Print vornehme, denke ich an das Moment des Betrachtens. Wenn wir ein Bild mit einer Abbildung von Räumlichkeit sehen, nehmen wir zum einen die Fotografie als belichtetes, oft viereckiges Papier wahr, auf dem unterschiedliche Farben, Linien und Formen abgebildet sind. Zum anderen aber, konstruiert unser Hirn automatisch eine Interpretation des Abgebildeten, und wir meinen plötzlich Tiefe wahrzunehmen, wo doch eigentlich gar keine vorhanden ist."

 

Auch wenn ihre Arbeiten in erster Linie eine fotografische Studie des Betrachtens als Phänomen an sich sind, interessiert sich Bianca Pedrina auch für den Betrachter als Person: "Ich frage mich oft, welche Position der Betrachter respektive der Bewohner oder der Nutzer eines Bauwerks einnimmt. Nehmen sie diese schiefe Ecke da am Eingang wohl jedes mal bewusst wahr, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen?" Auf die Frage, wieso sie denn keine Menschen fotografiere, antwortet die junge Künstlerin: "Mich interessiert nun mal die uns alle umgebende konstruierte Welt – Architektur, Städtebau, Design. Diese Dinge sind so omnipräsent, wie könnte man sie nicht thematisieren?"

 

Wer mal was anderes als "People" sehen möchte und einen Blick durch Biancas Linse werfen will, der kann das noch bis zum 12. September 2010 im Ausstellungsraum Klingental in Basel. Da stellt die Künstlerin ihre Arbeiten im Rahmen der Ausstellung "The Artist and the Photograph" vor.

 

Text und Interview: Antonio Haefeli

 

Wann: Di.–Fr. 15–18 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr

Wo: Ausstellungsraum Klingental, Kasernenstrasse 23, Basel

Tags: bianca pedrina, fotografie, ausstellungsraum

Kommentare (3)

  • Sehr gut geschrieben

    von Gisèle am 7.9.2010 16:59
  • Simon Engel sagt:Liquid Feedback wurde durchaus berfccksichtigt, die Formatvorlagen, so der Vorschlag, sellon auch so ins Liquid Feedback fcbernommen werden. Liquid Feedback dient jedoch der Meinungsfindung und kann daher kein Abstimmungstool sein, das heidft aber nicht das Liquid Feedback nicht wie weiter benutzt werden kann. Jeder der einen Antrag stellt, kann diesen vorher in Liquid Feedback kippen und die allgemeine Stimmungslage zu seinem Antrag abrufen. Das ist ja genau das was bisher passiert.Nur durch die Formatvorlagen, nun eben in ordentlicher Form. Denn einen Mindeststandard bei Antre4gen sollten wir schon irgendwann noch erreichen.Die PGV ist eine Koordinationsschnittstelle, sie dient der Koordination der Bereitstellung von Leistungen.Spe4testens wenn wir in den Bundestag oder Landtag einziehen brauchen wir ohnehin eine, denn jemand muss Redezeit beantragen, Antre4ge einreichen, Besuche von Externen organisieren und so weiter und so fort. Im Leitfaden Paralamentspraxis, an den sich alle Parteien im Bundestag zu halten haben, ist eine Schnittstelle (GEsche4ftsverwaltung) vorgesehen.Hier ist nicht die Frage, PGV ja oder nein, sondern nur noch wann.Hoffe geholfen zu haben.

    von Carol am 8.3.2012 06:10
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    von mmweny am 12.3.2012 15:08

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