Arty, artier, ARTig!
Zum vierten Mal lädt die Basler Künstlerplattform artstübli vom 27. Bis 29. März 2009 junge Grafik-, Illustrations- und Installationskünstler aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland zur ARTig ein.
Insgesamt 16 Künstler und Kollektive werden in der Imprimerie Basel dem Publikum einen kleinen Einblick in ihr Schaffen gewähren. "Die ungezwungene Art dieser jungen Künstler hat mich von Anfang an begeistert. Die Entdeckungen sind oft Newcomer ohne Erfolgsdruck. Da lässt sich frei arbeiten und es entstehen geniale Werke", meint Beat Schöneck, seines Zeichens Gallerist und Co-Veranstalter der ARTig. Zusammen mit artstübli-Gründer Philipp Brogli blätterte er sich auch dieses Jahr durch unzählige Portfolios und Internetseiten, um schliesslich auch an der vierten ARTig dem Publikum eine frische und freche Mischung verschiedenster bereits bekannter Künstler und Newcomer zu präsentieren. Vier davon werden wir euch hier nun kurz vorstellen, als kleiner Vorgeschmack darauf, was euch Ende März in Basel erwarten wird.

Was ist es eigentlich, das bekannten Ikonen aus Politik, Sport und Musik zu so grosser Berühmtheit gereicht? Sind es die Taten? Die Rekorde und Lieder, oder gar das unverwechselbare Charisma, das von diesen Figuren ausgeht? Vielleicht. Vielleicht sind es aber auch einfach diese Bilder, die sich in unserem Bewusstsein einbrennen wie Stempel; Bilder, denen wir uns aus irgendeinem Grund nicht entziehen können. Genau solche Bilder zeigt uns auch die Künstlerin Anna-Lina Balke in ihren Porträts auf. Hip Hop-Legenden wie Mos Def, Biggie Smalls oder Questlove von den Roots blicken uns darauf entgegen, als hätten wir sie nie anders gesehen. Doch nicht nur Berühmtheiten, Celebrities und Sternchen verlaufen sich in Anna-Linas ikonische Welten des Graphic Designs, sondern auch Gegenständliches wie Hubschrauber erlangen darin eine starke ikonische Präsenz. All ihre Bilder verfügen über einen Wiedererkennungswert und eine Bildsprache, die den Betrachter vom ersten Moment an in seinen Bann zieht!
Artist-Portrait von Anna-Lina Balke in der Rubrik "Young Art" auf kinkimag.com

Dieser Künstlerin ist das kinki magazine zu tiefstem Dank verpflichtet! Mit ihren Illustrationen verhalf sie zahlreichen Artikeln unseres Heftes nämlich zu einer genialen optischen Umsetzung! Trefflicher hätte es eine Fotografie wohl nur schwer aufzeigen können, was Lina scheinbar mühelos in ihren Bildern umsetzte. Doch Lina wäre nicht Lina, würde sie sich in diesen Erfolgen sonnen und auf den Lorbeeren ihres bereits beachtlichen Werkes ausruhen. Viel lieber arbeitet die junge Luzernerin in ihrem Atelier an neuen Bildern, die den Betrachter teilweise durch grafische Reduziertheit, teilweise durch detailgetreue Genauigkeit in seinen Bann zieht. Was sich in ihrem Werk jedoch durchgängig abzuzeichnen scheint, ist die unglaubliche Ruhe, mit denen Bilder verschneiter Berglandschaften und röchelnder Hunde aus ihren persönlichen Arbeiten gleichsam auf uns wirken. Genau diese Ruhe ist es denn auch, die die Arbeit mit ihr so angenehm gestalten. Wir können einfach nicht anders als es nochmals zu sagen: Danke Lina! Für die zahlreichen Vertreter, Figaros und Reportartikel, denen Du mit deiner Arbeit zu bestem Auftreten verholfen hast!
Artist-Portrait von Lina Müller in der Rubrik "Young Art" auf kinkimag.com

Aus der heimischen Kunstszene ist der Berner Graphic Artist und Zeichner Rodja Galli nicht mehr wegzudenken, soviel ist sicher! Sei es durch seine Illustrationen und Bilder, die er als Auftragsarbeiten für Kunden wie AMAG, Carhartt und zahlreiche weitere erschaffen hat, oder seine freien Arbeiten: der Dreissigjährige verfügt über eine unverkennbare Handschrift, einen Stil, der sich im Hirn jedes Grafikbegeisterten sofort einbrennt. So hat sich der Absolvent der Luzerner HGK innerhalb weniger Jahre mit diversen Ausstellungen, "Jobs for the Money" und "Jobs for the fame" zu einem der vielversprechendsten visuellen Gestalter der Schweiz gemausert. Der Spagat zwischen kommerziellen und persönlichen Arbeiten scheint sich bei ihm zwar nicht allzu schmerzhaft zu gestalten, doch auf seiner Webpage zeigt Rodja dennoch nur jene Arbeiten, hinter denen er voll und ganz mit seinem Namen steht. Wer Rodja Ende letzten Jahres an der Carhartt-Ausstellung in Weil am Rhein und an der Jungkunst verpasst haben sollte, der sollte sich seine Werke dieses Jahr keinesfalls an der ARTig in Basel entgehen lassen!
Artist-Portrait von Rodja Galli in der Rubrik "Young Art" auf kinkimag.com
Urs Althaus

Unter dem Pseudonym hausgrafik bewies der selbständige Graphic Designer und Illustrator nicht nur ein stilsicheres Auge für Poster-, Logo- und Webdesign, sowie verschiedene persönliche Arbeiten und Werbepartner, sondern immer wieder auch ein äusserst feines Gespür für Humor. Sei es der Tanzbär, der im "Dezembär"-Plakat für die Events und Konzerte der Roten Fabrik Zürich wirbt, der strahlende Gartenzwerg der uns letztes Jahr mit Laterne und erhobenem Zeigefinger auf die M4Music-Veranstaltungen hinwies, oder die unterschwellige Ironie, die vielen seiner Figuren zugrunde liegt. Doch natürlich brilliert Urs Althaus in erster Linie durch seine grafische Auseinandersetzung mit verschiedensten Themenbereichen. So war der Zürcher nicht nur als Graphic Artist, sondern auch schon als Art Director für eine Bildbroschüre der Swiss Airlines und das Kunsthaus Grenchen tätig.
Artist-Portrait von Urs Althaus in der Rubrik "Young Art" auf kinkimag.com
Die ARTig fand vom 27.-29. März 2009 in der Imprimerie Basel statt.
Neben Rodja, Anna-Lina, Urs und Lina, haben auch Reto Ehrbar (ZH), Pierre Fraenkel (F), Natalia Gianinazzi (ZH), Enrique Hernandez (BL), M8 (ZH), Onur (SO), Pixelfarm (BE), Javier Puertas (BS), SMASH 137 (BS), Via Grafik (D), Workingclass Hero (ZH) und WES 21 (BE) ihre Werke präsentiert.
Impressionen von der ARTig IV findet man im kinki-Blog.
Weitere Info gibt es auf der Website von artstübli
Foto Credit: Daniel Tischler
Text: Rainer Brenner

Kommentare (1)
Die Ausstellung war schlecht, schlechte Auswahl, sehr mediokre Künstler (Ausnahme Galli und Ginaninazzi), miserabel präsentiert, schlechte Organisation. Maximal 4. Liga. Die JungKunst Zürich ist da 3 Klassen besser. Da braucht es auch von Ihnen Kritik im echten Sinne.
von Anonymous am 29.3.2009 19:21