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Robert Reinhold - Viel Farbe, viel Reduktion

Am 18.7.2011 5 Kommentare
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Im ersten Moment sieht man vor allem knallige Farben. Rosarot und Hellblau, Orange und Rot. Irgendwie erinnern die Werke von Robert Reinhold an Pop-Art Bilder wie jene von Andy Warhol. In seinen Arbeiten beschäftigt sich der in Chemnitz geborene Robert Reinhold vor allem mit dem Thema "Mensch im öffentlichen Raum": Eine Frau mit Sonnenbrille steht vor einer Tankstelle, eine andere steht vor einem Swimmingpool und schaut aufs offene Meer.
Meistens malt Reinhold mit Acryl auf Leinwand. Besonders Wert legt er dabei auf die Wirkung und Komposition der Farben.

Dabei übertreibt der 32-Jährige auch gerne mal: Entweder durch Reduktion oder – im Gegensatz dazu – durch Masse oder Menge, wie er selber sagt. Und das sieht man: Während beispielsweise auf dem Bild "Not more, not less than one Stripe" einzig eine rote Fläche zu sehen ist und winzig klein in der Ecke ein Maler steht, sind auf dem gleich komponierten Bild "More than 323 Stripes" so viele Streifen zu sehen, dass man beim längeren Hinsehen durch ästhetische Reizüberflutung beinahe Kopfschmerzen kriegt.

Robert Reinhold ist gelernter Maler und studierte nach seinem Lehrabschluss Design in Dessau, Deutschland. Seit vier Jahren arbeitet er als freiberuflicher Künstler und Designer und wohnt wieder in seiner Heimatstadt Chemnitz.

Eine Auswahl der Arbeiten von Robert Reinhold ist im Rahmen der Ausstellung young at art noch bis am 23. Juli in der Galerie ArtSeefeld in Zürich zu sehen.

Weitere Werke von Robert Reinhold gibt es auf der Website der Gallery Long Beach California zu sehen.

Tags: young at art, robert reinhold, Malerei, reduktion, farben

Kommentare (5)

  • ich sehe eher bezüge zu arbeiten von david hockney als zu warhol.

    von agz am 18.8.2011 00:24
  • ROBERT REINHOLD - Nicht nur viel Farbe und viel Reduktion, sondern vor allem VIEL ÜBERNAME FREMDER IDEEN. Wer sich in Kunstgeschichte minimal auskennt, erkennt unweigerlich die Vorbilder Robert Reinholds, die er teilweise fast 1 zu 1 übernommen hat. Gibt man beispielsweise "A Bigger Splash" (1973) von David Hockney im google ein, erkennt man sofort eindeutige Parallelen: die Flächigkeit und Formengestaltung der Häuser, die Palme, der Umgang mit der Wasseroberfläche, usw... Neben David Hockney zitiert R. R. noch eine ganze Reihe anderer bekannter Künstler auf die ich hier nicht näher eingehen möchte (denn es würde ein zu umfangreicher Text werden). Da diese Bezüge so offensichtlich sind, stellt sich die Frage, ob Robert Reinhold mit seinen Bildern das sehr aktuelle Thema vom "Plagiat" thematisieren möchte und deshalb Bilder schafft, die schon von Weitem als offensichtliche Plagiate erkennbar sind. Auch wenn meine Ausführungen ein hartes Urteil bedeuten, so entspricht es doch der Tatsache. Es lassen sich zahlreiche Gemälde bekannter Künstler in Robert Reinholds Werk finden, so, dass seine Bilder als eine homogene Collage mit dem Gedankengut fremder Ideen anderer Künstler gewertet werden müssen.

    von Kurator am 24.9.2011 15:54
  • Vielen Dank für Ihre sehr aufschlussreichen Ausführungen. Und jetzt stellen Sie sich vor ich habe das Bild gemalt und "A Bigger Splash" noch gar nicht gekannt. Es ist ein großer Vorteil sich als Maler nicht sonderlich mit Kunstgeschichte zu beschäftigen. Man ist unbefangen, das ist viel Wert! Mittlerweile ist mir Hockney's Bild sehr wohl gut bekannt, durch Kritiken wie die Ihre. Denken Sie also bitte nicht Sie sind der Erste, es ist aber immer wieder schön, vielen Dank! Man kann es Ihnen ja auch nicht verdenken. "A bigger splash" hängt jetzt übrigens als Druck in meiner Wohnung. Ein sensationelles Bild. Jetzt interessiert mich aber sehr, wen Sie "unweigerlich" als meine Vorbilder erkennen? Welche Künstler ich Ihrer Ansicht nach zitiere und "teilweise fast 1 zu 1 übernommen" habe. Wenn die Liste zu lang wird, können Sie mir auch gern eine email schreiben. Aber hier ist ja reichlich Platz. Übrigens: wenn ich soetwas wie ein Vorbild habe, dann ist es Rosenquist. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort. Mit besten Grüßen Robert Reinhold

    von Robert Reinhold am 11.10.2011 17:41
  • In der Rechtssprechung gibt es den Spruch, dass "Unwissenheit nicht vor einer Sanktion schützt". Nur weil jemand ein Gemälde malt und aus einer Unwissenheit heraus das Gleiche macht wie etwa David Hockney schon 40 Jahre zuvor, heisst das nicht, dass das Kunstwerk dann eine Eigenständigkeit hat. Im Gegenteil, möchte man Kunstwerke mit eigenständigem und unverkennbarem Ausdruck schaffen, so ist es unabdingbar die Kunstgeschichte der Vergangenheit wie auch Gegenwart zu kennen um eben zu verhindern, dass man Kunst schafft die Kunst ähnelt, die es schon gibt. Zu den Konkreteren Fragen: Zu beobachten ist, dass die Bildsprache, basierend auf Flächen und kontrastierenden Farben, die in ihrem Werk Verwendung findet, sehr gängig und bei einer Vielzahl von Künstlern zu sehen ist. Um ein Beispiel zu nennen, ein junger Künstler aus Zürich namens "Nicolai Schiess" malt recht ähnlich. Bild Nr. 8 "Prada" wo eine Figur im Raum zusammen mit einem suprematistischen Objekt kombiniert wird ähnelt ebenfalls einer gängigen und häufig verwendeten Gestaltungsweise. Künstler wie "Tim Eitel" (Untitled (Brüstung), 2002) agieren auch in dieser Sprache. Weiter sind Anspielungen wie etwa das Tankstellenmotiv zu erkennen, das stark an "Edward Hopper" denken lässt. Diese Arbeiten können aufgrund der Nähe zu schon Vorhandenem als Referenzen zu bekannteren Künstlern verstanden werden – quasi als eine Verehrung – und ich frage mich, wo denn die Eigenständigkeit in ihrer Arbeit zu finden ist?

    von Anonymous am 14.10.2011 21:34
  • Sehr interessant, Anonymous. Ihrer Argumentation zu Folge sprechen Sie also auch Nicolai Schiess, Tim Eitel und David Hockney die Eigenständigkeit ihrer Arbeiten ab. Schiess bezieht sich in seinen Arbeiten demnach offenbar auf Eitel, dieser auf Hopper und Hockney. Hockney wiederum greift die Bildsprache von Hopper auf. Womöglich bezog Hopper seine Ideen von Pieter Bruegel d.Ä., wer weiß... Dann können wir ja - sofern ich Ihrer Argumentation folgen kann - die Malerei jetzt auch eindampfen. Das Motiv "Figur im Raum" hat es ja bereits gegeben, Tankstellen, Flugzeuge, Männer und Tiere wurden auch zur Genüge auf Leinwand gebracht. Was soll es da noch Neues geben...

    von MichaelG am 19.12.2011 20:58

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