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Marco Faisst - Typus Mann

Am 20.8.2011 5 Kommentare
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Skinheads mit kahl rasierten Köpfen in roten Boots, kurzen Bomberjacken und hochgekrempelten Jeans: Wer die Bilder von Marco Faisst an der diesjährigen young at art in der Galerie ArtSeefeld betrachtete, hat sich im ersten Moment vielleicht gedacht, dass der Künstler politisch motiviert wurde. Ist er aber keineswegs: In seinen Malereien vereint der junge Künstler bestimmte Männertypen. An der young at art waren dies Skinheads. Daneben gehören aber auch Fussballspieler, Arbeiter oder Soldaten zu seinen Bildmotiven.

Bei den Skinheads ging es dem 27-Jährigen Schweizer vor allem um deren Kleidungsstil, der für den Maler eine fetischistische Bedeutung hat. Dies spürt man beim Betrachten der Bilder, denn auf die Kleidung hat er besonders viel Wert gelegt. Ob es sich bei den Skinheads um links oder rechts gerichtete handelt, bleibt für den Betrachter offen: Marco Faisst hat ihnen keine "Richtung" zugeschrieben.

Marco Faisst will typische, archaische Männerrollen darstellen, bei denen die Individualität weitgehend unwichtig ist, wie er selbst sagt. Es ginge weniger um ein kritisches Betrachten, noch um politische Propaganda, sondern um die ästethische und erotische Kraft dieser Männertypen. Wer solchen Gruppierungen mit uniformer, männlicher Kleidung über den Weg läuft, spürt sofort die Wirkung der einheitlichen Kleider sowie des gemeinschaftlichen, männlichen Gehabes und Auftritts.

 

Marco Faisst hat die Schule für Gestaltung in Basel abgeschlossen und lebt in Stuttgart, wo er an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste seine Ausbildung beendet. 2009 gewann er den "International Takifuji Art Award".

Tags: marco faisst, young at art, kunst

Kommentare (5)

  • Oh wie schön!! :-) Da hat der Künstler aber ein wirklich "positives" Thema ausgewählt :-): "Eine Rundschau über die Kleidertendenzen von SKINHEATS". Ich bin sicher, seine Kunst trägt zum Weltfrieden bei und verbreitet eine weitreichende positive Stimmung. :-) - denn mit Skinheads verbindet man ja so viel schöne Dinge :-) :-) Sehr typisch für unsere Zeit, in der vorwiegend das Negative und Schlechte beton wird. Auch wenn der Künstler nicht politisch denkt in seinem Schaffen, so lösen seine Bildeindrücke doch sehr negative Eindrücke aus und stehen zudem mit grauenhaften Szenen aus dem 2. Weltkrieg in Verbindung (Skinheads sind gegenüber KZ ja wohlwollend eingestellt). Ich fände es unbedenklich, wenn er beispielsweise die Kleidertendenzen der Hippie's thematisieren würde. Die malerische Auseinandersetzung mit beispielsweise der Kleidung von Heldenfiguren aus div. Zeiten fände ich eine intelligente Alternative! -

    von Kritik am 23.8.2011 01:39
  • Ich sehe die Wahl von Skinheads für ein Bildthema ebenfalls als einen nicht besonders klugen Schritt, denn unser Weltgeschehen ist schon genug negativ aufgeladen.

    von Andrea_M am 23.8.2011 12:35
  • Und... wo liegt da das Problem? Diese Argumente sind doch abstrus. Wenn Marco Faisst Hippies und den Papst malen würde, gebe es dann mehr Weltfrieden? Ist dass Eure Aussage? Entschuldigung, aber das scheint mir etwas kurzsichtig gedacht...

    von Robert_Reinhold am 23.8.2011 13:41
  • ist es nicht genau das was kunst machen sollte, provozieren?

    von karl am 4.9.2011 13:44
  • Ich denke weniger ans provozieren. Für mich als Schwulen macht Marco die Macht der Erotik und die Erotik von Macht sichtbar! Dafür sind leider viele Heteros blind. Bei Männern und Frauen ist die Macht eben selbstverständlich, oder "verschwindet" einfach in dieser Beziehungsform. Vor allem wenn es auf Kosten von Männern geht! ;)

    von Thommen_61 am 29.12.2011 16:29

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