Holly Stanton - Grossstadtpendlerin
In Kalifornien aufgewachsen, verliess Holly Stanton mit siebzehn Jahren die USA um in Paris zu leben. In der französischen Hauptstadt fand sie Inspiration für ihre Fotografie, die primär vom Grossstadtleben geprägt ist. Ihre Fotos sind die Bilder einer rastlos Reisenden, und damit sind nicht die üblichen Touristenschnappschüsse gemeint, sondern Bilder, die den Alltag einer Grossstadt porträtieren; kleine Begebenheiten, die das Grau der Häuserwände und Strassenschluchten auflockern. Holly Stanton scheut nicht davor zurück, auch die tristen Momente einer Grossstadt abzubilden, dann zum Beispiel, wenn sie durch halbgeschlossene Vorhänge linst, um durch die verschmierte Scheibe eine regennasse, verlassene Stadt zu sehen.
Als moderne Pendlerin zwischen den Metropolen Paris und New York, wo Stanton derzeit einen Abschluss in visueller Gestaltung und Kunstgeschichte absolviert, entflieht sie aber auch regelmässig in die Natur, wo es ihr die gespenstischen Spiele der Wolken, die auf hohe Berggipfel treffen angetan haben. Nicht minder gespenstisch: Die morbid-romantischen Aufnahmen, die auf Friedhöfen entstanden sind und genau so wie ihre anderen Bilder aus Stadt und Natur, nicht zuletzt durch ihren ungekünstelten und spontanen Stil, von einer unglaublichen Ruhe zeugen.

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