Antonio Marenco - Fotograf
Der junge italienische Fotograf Antonio Marenco, begann sich schon sehr früh für Fotografie zu interessieren, studierte aber erst Soziologie und Journalismus. Während etlichen Jahren arbeitete er in Presse- und Werbeagenturen in Frankreich und Spanien. Im Jahr 2000 begann er endlich seine eigenen Foto-Projekte unter dem Namen "Studio M" oder "Seme" zu verwirklichen.
Stark fasziniert und beeinflusst haben den Neunundzwanzigjährigen die industrielle und wissenschaftliche Fotografie. In seinen Arbeiten wirft er einen kritischen Blick auf die zeitgenössische Gesellschaft, den er immer gerne im Zusammenhang mit dem Konzept von Raum und Zeit aufzeigt. Antonio erklärt: "Die Zeit repräsentiert die Unmöglichkeit für unsere Gesellschaft, die eigenen Schritte rückgängig zu machen, der Raum hingegen steht als leerer Ort für die Blindheit der Menschen bezüglich der existentiellen Probleme unserer Welt. Die Menschen versuchen dem Alltagsleben zu entfliehen, indem sie falsche Fröhlichkeit im Amüsement, in der Religion oder im Hedonismus finden." In dieser Aussage findet sich eine Erklärung für die verlassenen Plätze, für vergessene Personen und Objekte, die Marenco in seinen atmosphärischen Bildern gerne zeigt. Seine Sujets sind vernachlässigt oder gar unsichtbar für Viele, repräsentieren aber lebhaft die Kraft der Zeit und deren Einfluss auf den Raum. "Philosophisch statt physisch betrachtet, zeichnen diese Subjekte eine Karte des Unnötigen, des Ungewöhnlichen, dieser riesige, ungeheure Abfallberg widerspiegelt sehr treffend unsere Konsum- und Kommunikationsgesellschaft.", schreibt Marenco. Sein Blick bewegt sich stets zwischen sehr seriöser und eher kommunikativer und humorvoller Annäherung an die Realität.
Im Moment arbeitet Marenco unter dem Pseudonym "Seme" und kreiert eine Weltkarte von unnötigen Gegenständen und Orten, wo die mächtigsten Länder (vom wirtschaftlichen Standpunkt her) ihre toxischen Abfälle und ihren sonstigen Müll verstecken bzw. deponieren.

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